An der Hormersdorfer Hauptstraße stand früher ein altes Haus, im ganzen Dorf unter dem Namen „Tische-Haus“ bekannt. Dort hatte Tischlermeister Franz Weisbach, der „Tische-Franz“, seine Werkstatt. Dem Haus, der Familie und dem Spitznamen wollen wir etwas nachspüren.
Der Gutsbesitzer Carl Gottlieb Weisbach, „der obere Weisbach“ (Auerbacher Straße 2), hatte mehrere Söhne. Da er sein Bauerngut nur einem Sohn weitergeben konnte, lernte sein Sohn August Weisbach (1810- 1889) das Tischlerhandwerk. Wo August Weisbach das Handwerk erlernte, ist leider nicht bekannt. Sicher ist aber, dass er am 25. Mai 1836 die Genehmigung erhielt, sein Handwerk auszuüben. Als er im Juli 1836 nach Hormersdorf zurückkehrte, durfte er nur unter Auflagen seine Profession betreiben. Das waren zum Beispiel die Bestimmungen, dass er sich einer Innung anschließen musste, nicht in der Stadt arbeiten und nichts auf Märkten verkaufen durfte, ebenso durfte er keine Gesellen und Lehrlinge annehmen – so legte es die Kreisdirektion (vorerst) fest. Am 22. Juni 1838 erwarb er ein Haus von Christoph Friedrich Thriemer für 597 Taler samt einem Tisch, einem Stuhl und dem dazugehörigen Feuergerät. Das Haus hatte später die Adresse Hauptstraße 37 und Ortslistennummer 9. Viele Jahrzehnte betrieb der „Tische-August“ hier sein Handwerk bis er es seinem Sohn Hugo Weisbach (1844-1917) übergab, der die Tischlerwerkstatt am gleichen Standort weiterführte. Der „Tische-Hugo“ ließ über der Haustür einen hölzernen Türsturtz anbringen auf dem die Buchstaben WHW zu lesen waren, die Abkürzung für Wilhelm Hugo Weisbach. Auch die Söhne von Hugo, mit Namen Louis und Franz, erlernten das Handwerk ihres Vaters und Großvaters.
Text/Bilder: Falk Drechsel
