Seit 1971 gibt es in Dorfchemnitz auf dem Gelände rund um das Technische Denkmal Knochenstampfe das Fest für alle Dorfchemnitzer und ihre Gäste. Und wer nun glaubte, nach dem großen Jubiläum vor zwei Jahren, 575 +1 Jahre Dorfchemnitz und 50 +2 Jahre Stampfenfest würden kleinere Brötchen gebacken, wurde am letzten Augustwochenende eines Besseren belehrt.

Bereits Freitagabend war der Stampfenhof rappelvoll und die Menge feierte Mich und Mosch. Vor allem die jüngere Generation war hellauf begeistert, tanzte auf Tischen und auf den Bierzeltgarnituren, so dass eine Garnitur sogar zu Bruch ging. Zum ersten Mal wurde auch das neue Sportzentrum in den Festbetrieb einbezogen. Hier startete um 9.00 Uhr das Volleyballturnier auf den Beachvolleyball-Platz. 10 Paare spielten, Gewinner des Stampfenpokals waren schließlich Stefan Georgi und Jonatan Köhler.

Besonders für Kinder gab es am Sportzentrum ein wahrhaft tolles Programm. Zwei Hüpfburgen vom RFV und der LKG waren stets gut besucht, der Fahrradparcours von Andreas Hösel, die Bogenschützen, Kinderreiten, die Rollerrutsche von der LKG Dorfchemnitz, da kam wohl keine Langeweile auf. Erstmals fand auch der Stampfenlauf, bereits zum sechsten mal ausgetragen, auf dem Gelände rund um den ehemaligen Fußballplatz statt.

Neu war das zwanglose Oldtimertreffen auf der Straße „An der Bahn“. Ca. 70 Oldtimer waren zu Gast, viele Traktoren, darunter mehrere Lanz Bulldoggs, schöne PKW und einige Motorräder und Motorroller. Jeder Teilnehmer konnte sich über eine Urkunde freuen.

Aber auch rund um unsere Knochenstampfe konnten die Gäste allerlei entdecken. Im „Park“ neben dem Stampfenteich hatte der KGV Torfhütte Stände aufgebaut, Interessantes zum Thema Honig und Bienen konnte man bei Familie Schulze erfahren, Mattias Holler baute Insektenhotels, schon zum Inventar gehört das Glücksrad mit vielen kleinen Preisen. Ein Kinderflohmarkt, Kinderschminken mit dem Kindergarten „Sternschnuppe“ unglaublich, was alles geboten wurde. Auf dem Parkplatz stand das Karussell wie gewohnt, diesmal von der Schaustellerfirma Schindler, die außerdem eine Schießbude und einen Ballwerfstand aufgebaut hatte. An beiden Tagen hatte die Sonderausstellung in der Knochenstampfe über dem Stampfwerk geöffnet. Zum Jubiläum 150 Jahre Eisenbahn Chemnitz-Aue-Adorf hatte Museumsmitarbeiter Marco Blechschmidt eine sehr interessante Präsentation unter dem Titel „Von Abteil zu Abteil“ organisiert. Nicht nur für Eisenbahnfreunde gab es viel Interessantes über die wechselvolle Geschichte der Eisenbahnstrecke und des Dorfchemnitzer Bahnhofs zu erfahren. Natürlich stand auch das Stampfwerk offen für Interessierte.

Im Bauerngarten hinter der Stampfe konnte man David Land beim Sense dengeln zuschauen und auch gleich sehen, dass so eine Sense perfekt funktioniert. Zimmerermeister Martin Fricke zeigte, wie unsere Altvorderen aus einem Baumstamm mühsam einen Trog fertigten. Die Museumsleiterin der „Heimatwelten Zwönitz“ und ehrenamtliche Blühbotschafterin Paula Stötzer gab im Bauerngarten sachkundig Auskunft über die angebauten Pflanzen und hatte reichlich Saatgut für einen naturnahen, insektenfreundlichen Garten im Angebot. Im Zelt des RGZV gab es allerlei Zuchttiere zu bestaunen, Hasen, Hühner und Tauben.

Nach dem Freibieranstich, diesmal von Marco Blechschmidt vollzogen, startete das Programm auf der Bühne im Stampfenhof. 50 Schülerinnen und Schüler unserer Pufendorf Grundschule führten das Musical „Kunterbunt“ auf. Der Titel war Programm, die farbenfrohen Kostüme waren toll anzusehen. Dargestellt wurde, dass unsere Welt erst bunt wird, wenn sich keine Farbe in den Vordergrund stellt. Toleranz, gegenseitiges Verständnis sind in unserer Zeit wichtig, das wurde von den Kindern sehr gut gespielt. Nach Ende der Vorstellung dankte Schuldirektor Holger Wachtel den beteiligten Kindern und den Helferinnen, die zum Gelingen der Aufführung beigetragen hatten. Ein besonderes Dankeschön ging an Birgit Buhlemann, die mit dieser Aufführung zum letzten Mal die Theatergruppe betreute. Mit Ende des Schuljahres geht sie in den wohlverdienten Ruhestand. Seit 1999 war es maßgeblich ihr Verdienst, dass zu jedem Stampfenfest, zur Einschulung und auch zur Adventszeit Theatergruppe und Schulchor die Eltern und alle Dorfchemnitzer mit tollen Inszenierungen überzeugten. Zum Ende des Musicals standen schon die „New Meadows“ bereit, um das Publikum im Stampfenhof mit Dixiland vom Feinsten zu unterhalten. Die Musiker aus Neuwiese verstanden ihr Handwerk, spielten weltbekannte Standards, sodass die Zeit wie im Fluge verging. Es folgten die Siegerehrung für das Volleyballturnier und den Stampfenlauf. Gewinner und Platzierte an dieser Stelle zu erwähnen, erspart sich der Autor, Gewinner sind seiner Meinung nach alle Beteiligten und der Dorfchemnitzer Sportverein, der in bewährter Weise die Wettkämpfe organisierte. Danach mischte sich Jörg Heinicke mit seinem Schifferklavier unter die Gäste. Der Buchholzer spielte erzgebirgische Lieder, Bekanntes und Unbekanntes, sorgte mit seinen Texten für schmunzeln und spätestens, als er das Steigerlied anstimmte, sangen viele Gäste mit. Während Jörg spielte, hatten die Techniker die Bühne für die Band des Abends vorbereitet. Diesmal hatten sich die Organisatoren für die Partyband „The Millers“ entschieden. Und sie wurden nicht enttäuscht, die Band lieferte eine tolle Musik ab, die Tanzfläche war bald gut gefüllt. Manch Tänzer mit eher „traditionellem“ Geschmack mag wohl etwas enttäuscht gewesen sein, aber an dem Abend hatte die junge Generation gewonnen. Wie schon am Sonnabendmorgen sorgten auch Sonntag früh fleißige Dorfchemnitzer dafür, dass die Hinterlassenschaften der Abende schnell beseitigt wurden und das gesamte Gelände bereit für die Gäste war. Wobei anzumerken ist, dass einige Besucher nicht sehr behutsam agierten. Viele zerbrochene Flaschen und Gläser, unzählige Zigarettenkippen galt es zu entfernen. Traditionell startete am Sonntag um 10.00 Uhr der Tag mit dem Gottes- dienst im Festzelt im Stampfenhof. Die Plätze reichten kaum aus, um die Menschen zu fassen, die den Gottesdienst mit Gunder Gräbner feierten. Gegen Mittag standen die Männer von „Bergblech“ auf der Bühne bereit, um die Besucher im Hof der Knochenstampfe mit Blasmusik zu unterhalten. Eine gute Wahl, die Musiker verstanden ihr Handwerk, das Publikum war begeistert. Zeitgleich präsentierten, schon als Stammgäste, die Modellsportler aus Zwönitz ihre tollen Modelle. Die Erbauer waren auch im Stampfengelände unterwegs und faszinierten Jung und Alt mit den detailgetreuen Modellautos. Leider konnten die Boote nicht an den Start gehen, die „Entengrütze“ auf dem Stampfenteich war trotz aller Bemühungen nicht zu beseitigen.

Nach der Darbietung der Blasmusikanten folgte auf der Bühne die Modenschau vom Modehaus Müller in Stollberg, organisiert von Susann Meißner und Erika Bräuer. Gezeigt wurde tragbare, schicke Mode für jedermann, wobei natürlich die Damenwelt eher angesprochen wurde. Aber auch ein fescher Mann war dabei, der sich mit den neuesten Trends präsentierte. Den Ausklang vom diesjährigen Stampfenfest gestalteten schließlich Brigitte und Wolfgang Weißgerber mit der Oldiedisko. Der Platz leerte sich langsam, ein tolles Wochenende mit vielen schönen Momenten ging zu Ende. Was bleibt? Einmal mehr die tolle Zusammenarbeit in der Organisation des Festes, angefangen von der Verpflegung, den Mitgliedern vom RGZV um Ralf Mittelbach im „Blauen Wunder“, wo es allerlei aus Grill und Pfanne gab. Die Gulaschkanone unter dem Kommando von Frank Hoffmann, der einen leckeren Linseneintopf feilbot, dem Bierwagen unter Robert Hermann und nicht zuletzt die Sportfrauen und die „Freunde der Knochenstampfe e.V.“, die im Stampfencafè leckeren Kuchen samt Kaffee anboten. Lars Grabner war mit seinem Eiswagen vor dem Pavillion platziert und verkaufte leckeres Eis. Daneben bot erstmals der Reit- und Fahrverein Dorfchemnitz Cocktails und andere Leckereien an. Der Langosstand, die zwei Fischwagen vom Fisch-Kiess vervollständigten das Angebot, Zuckerwatte, Verpflegung im Sportzentrum, für jeden war etwas dabei, wer durstig oder hungrig blieb, selbst schuld. Somit konnten die Organisatoren sehr zufrieden mit dem Wochenende sein. Das Wetter passte, viele Vereine und dessen Mitglieder, die örtlichen Handwerker mit Spenden, trugen zum Gelingen des Festes bei.

Deshalb möchte ich mich, im Namen des Ortschaftsrates Dorfchemnitz ganz herzlich bei allen bedanken, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben. Ohne engagierte Menschen funktioniert so ein Fest nicht. Und in Dorfchemnitz engagieren sich immer mehr Mitstreiter, so soll es sein. Und wer abseits steht, macht mit!! Nachwuchs, neue Ideen, das macht die Dorfgemeinschaft aus.

Text: Claus Uhlmann, Ortsvorsteher

Fotos: Judy Hahn, Jens Hofmann, Claus Uhlmann