Einfach unglaublich, wie viele große und kleine Zwönitzer sich am 11. November zum Martinstag mit ihren meist selbst gebastelten Lampions auf den Weg gemacht haben. Es waren Hunderte! Sicher trug auch das wunderschöne herbstliche und noch sehr warme Wetter dazu bei. Der Hauptgrund bleibt aber bei vielen Familien das Bedürfnis, ihren Kindern gute Werte zu vermitteln, wie eben auch die Werte der Nächstenliebe, des Mitgefühls und Barmherzigkeit.

Zur Andacht war die Kirche gut gefüllt und alle verfolgten gespannt die Geschichte vom Heiligen Martin.
Die Geschichte wurde in diesem Jahr von den Christenlehre-Kindern der Ev. Luth. Kirche Zwönitz unter Leitung von Susanne Ludwig dargestellt.

Das Martinsfest begann um 17 Uhr mit der traditionellen feierlichen Andacht in der Trinitatiskirche. Mit Spannung lauschten die Familien der Geschichte vom Heiligen Martin, die von Susanne Ludwig erzählt und von den Christenlehrekindern dargestellt wurde. Der Heilige Martin, selbst Sohn eines Soldaten lernt in dieser Geschichte, dass Krieg keine Lösung ist, dass er Leid und Tod mit sich bringt. Als Martin Soldat werden soll wie sein Vater gefällt ihm das überhaupt nicht, doch er kommt dem Wunsch seines Vaters nach. Als Soldat war er stattlich ausgerüstet mit einem warmen Mantel gegen die Winterskälte. Er teilt in jener Geschichte seinen Mantel mit einem frierenden Bettler und wurde somit zum Symbol christlicher Nächstenliebe. Martin ist beliebt bei den Menschen und bekannt als Helfer in der Not und so machen sie ihn zum Bischof von Tours.

Im Anschluss sammelten sich alle vor der Kirche und der große Laternenumzug setzte sich in Richtung Katholische Kirche in Bewegung. Unter dem klaren, warmen Herbsthimmel leuchteten die bunten Laternen der Kinder besonders schön. Marie Schreier (Bild oben) schlüpfte auch in diesem Jahr wieder in die Rolle des St. Martin und ritt auf ihrem Pferd „Happy“an der Spitze des Zuges. Die Straßen von Zwönitz erstrahlten im Lichterglanz und wurden von der Freiwilligen Feuerwehr und der Polizei gesichert. Ein herzliches Dankeschön an all die freiwilligen Helfer! Der Umzug wurde an der Katholischen Kirche mit Klängen der Bläser der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Zwönitz und der Methodistischen Kirche Zwönitz (Bild links) empfangen. Alle freuten sich nun auf die über 300 leckeren Martinshörnchen, die auch in diesem Jahr von der Bäckerei Jähn aus Dorfchemnitz gebacken wurden. Doch da die Zahl der Teilnehmer weitaus höher war, galt es diese zu teilen, also ganz im Sinne der Botschaft des Heiligen Martin. Das Teilen wurde so nicht nur erzählt, sondern praktisch erlebt. Kinder und Erwachsene spürten, dass Freude und Gemeinschaft größer werden, wenn man sie miteinander teilt.

Fotos/Titelfoto: Simone Bonitz