
Titelbild: Auszug aus dem Prospekt des VEB Kraftfahrzeuginstandhaltung „Elan“ Karl- Marx-Stadt aus der Anfangszeit der Fahrsimulatoren in der DDR
In der Diskussion der letzten Wochen und Monate um die Fahrschulpreise tauchte häufig auch der Fahrsimulator auf. Dieser Gedanke ist aber nicht neu. Bereits vor der „Anordnung über die Zulassung von Fahrschulen und Fahrlehrern und die Ausbildung von Kraftfahrzeugführern- Fahrschulordnung (FO)“ vom 12. Dezember 1967 in der DDR wurde in Zusammenarbeit mit dem VEB Meßgerätewerk Zwönitz, dem VEB Gerätewerk Karl-Marx-Stadt der Fahrtrainer im VEB Kraftfahrzeuginstandhaltung „Elan“ Karl-Marx-Stadt entwickelt und produziert. Dass diese Firma Teil des VEB Kraftverkehrskombinat Karl-Marx-Stadt wurde, welches zum 1. Juli 1970 mehrere Instandhaltungsbetriebe zusammenfasste, änderte daran nichts. Die Fahrschüler sitzen in einer Auto-Attrappe mit allen wesentlichen Bedienelementen. Vor ihnen läuft ein Film mit realistischen Verkehrsbedingungen. Alle Reaktionen des Fahrschülers an Lenkung, Blinker, Kupplungs-, Gas- und Bremspedal werden registriert und können ausgewertet werden. Aufgabe des VEB MWZ war die Bereitstellung der Registriereinheit, dem Fahrtrainerregistriergerät FRG 101. Hier eine der ersten Ausführungen. Im Laufe der Zeit wurde das System rationalisiert, aus vier Aufzeichnungsspuren pro Fahrschüler wurden drei. Anfang der 80er Jahre wurden dann fast alle Registriergeräte des MWZ im Meisterbereich Registrierteilfertigung der Abteilung FE4, die ich leitete, produziert. Dort kam es dann zum Vergleich der verschiedenen technischen Lösungen dieser Geräte. Aus denen dann dort ein Funktionsmuster des FRG 101 erstellt wurde, in welches der aktuelle Stand der Geräteentwicklungen der Registrierteile einfloss. Weiterhin wurde das Antriebssystem von Registrier- und Kohlepapier durch eine neue Lösung, der „Reihenschaltung von zwei Schneckengetrieben“, um viele Zahnräder verringert. In einer Neuerervereinbarung (Arbeit zusätzlich zur normalen Arbeitsaufgabe) wurde die Fertigungsreife geschafft. Die angedachte Anmeldung der „Reihenschaltung der Schneckengetriebe“ zum Patent wurde verworfen, da die elektronische Geschwindigkeitsregulierung von speziellen Motoren die Zukunft ist. Diese wurden in Kleingeräten des MWZ, dem Als101 und 201, bereits eingesetzt.
Text/Bilder: Reinhard Troll
