
Am Freitag vor dem Heiligabend (19.12.2025) war und ist für die Bergleute des historischen Bergbaus sowie des Bergbaues der modernen Zeit ein besonderer Tag. Geschichtlich war der Ablauf einer Mettenschicht durch Bergämter nicht reglementiert, sondern wurde von den Knappschaften individuell gestaltet. Im historischen Bergbau beendete der Steiger die letzte Schicht vor Weihnachten vorzeitig, in dem er die Bergleute „herausklopfte“. Danach traf man sich im Huthaus oder in der Kaue. Man bedankte sich im gemeinsamen Gebet bei Gott für die mehr oder auch weniger gute Ausbeute und bat, dass sich das Erz künftig vor ihnen auftat. Bei einem durch den Steiger ausgerichteten Bergschmaus ließ man das vergangene Jahr in angeregten Gesprächen, im Singen von Bergmannsliedern und dem symbolischen Löschen der Grubenlampen ausklingen.
Heute wird die Mettenschicht als touristisches und kulturelles Ereignis in vielen Regionen des Erzgebirges fortgeführt.
So auch bei uns in Zwönitz. Der Bergmännische Traditionsverein Zwönitz lud sich wie jedes Jahr befreundete Bergbrüderschaften ins Vereinshaus Huthaus „Pauckner Stolln“ ein und zelebrierte sehr feierlich und würdevoll die „letzte Schicht“. Mit einem kleinen, musikalischen Bergaufzug zum „Platz des Bergmanns“ (Titelbild), an dem im berg – männischen Zeremoniell der Bergkameraden gedacht wurde, die in Erfüllung ihrer Pflicht im Berg ihr Leben ließen. Im Anschluss daran ging es mit den zahlreichen Gästen im Schlepptau zurück ins Huthausgelände. Dort wurde die feierliche Andacht dieses Jahr vom Pfarrer der methodistischen Friedenskirche von Zwönitz Michal Kropff gehalten.
Im Anschluss führten wir wieder ein bergmännisches Aufnahmeritual zweier Neumitglieder in Form des Arschledersprunges durch. Der Arschledersprung symbolisierte bei den „Altvorderen“ den Übergang vom Knappen (gleichzusetzend heute mit Lehrling) in den Bergmannsstand. Der Weg dazu war der Sprung über das Arschleder. Das Arschleder ist ein wichtiger Teil der Bergmannstracht und das Symbol der Bergmannsehre. Auch wenn es etwas lustig aussieht, es war für unsere Altvorderen keine Volksbelustigung. Dieses Jahr sprang unsere Marta Gläser aus Burkhardtsdorf. Seit einigen Jahren beteiligt sie sich aktiv an unserem Vereinsleben und hat sich nun entschlossen, Mitglied zu werden. Der zweite Arschlederspringer war Uwe Hennig aus Stollberg. Uwe ist sehr bergbauinteressiert und wirkt schon seit geraumer Zeit aktiv bei uns mit.
Mit Grußworten durch den Vereinsvorsitzenden Uwe Steinberg und unserem Vereinskameraden und Bürgermeister unserer Stadt Wolfgang Triebert wurde dann der besinnliche Weihnachtsfrieden bei Bergbier, Speckfett und Roster eingeläutet.
Ein besonderer Dank gilt auch an die Zwönitzer Bergmusikanten unter Leitung von Rico Brossmann, welche uns seit Jahren immer treu musikalisch unterstützen. Ein Dankeschön auch an die Polizei, Feuerwehr und die Mitarbeiter des Ordnungsamtes für das sichere Geleit.
Und auch ein Dankeschön an unsere befreundeten Bergbrüderschaften, welche in den Adventstagen schon durch die wöchentlichen Bergaufzüge maximal gestresst sind und uns trotzdem durch ihre Anwesenheit die Ehre erweisen.
Text: Siegmar Weiß, Vorstand BTVZ
Bilder: Klaus Jedlicka
