Die Papiermacherei und in weiterer Folge die Pappen-, Preßspanund Zellstoffproduktion haben seit annähernd 500 Jahren einen entscheidenden Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Zwönitz und ihrer Ortsteile. Bis heute stellen die Krempel GmbH + Co. Pressspanwerk KG und die Siemens Energy Solutions GmbH Rohstoffe und Bauteile für High-Tech Anwendungen auf Basis von Faserstoff her. Die Keimzelle dieser heute noch prägenden Industrien bildete eine im Laufe der 1540er Jahre durch den Glauchauer Papiermacher Mathern Greff in Zwönitz am Standort des heutigen Krempel-Werkes gegründete Papiermühle. Ein Stiefsohn Mathern Greffs, Bathel Abt, gründete in den 1560er Jahren die Papiermühle Niederzwönitz. Ein Nachkomme Barthels baute 1651 eine Brettmühle in Burgstädtel zu einer weiteren Papiermühle um. 
Das Technische Museum Papiermühle Niederzwönitz sammelt und bewahrt Zeugnisse aus dieser langjährigen, prägenden Geschichte des Zwönitzer Papieres. Naturgemäß sind Sachzeugen aus den frühesten Jahren unserer Papiermühlen rar. Bisher belegten nur Pausen, Durchlichtzeichnungen von Wasserzeichen, angefertigt von Bruno Gebhardt und Paul Kunze, die frühen Jahre der Papiermühlen. Umso mehr freuen wir uns über ein Wasserzeichenpapier, das seit November 2025 unsere Sammlung bereichert. 
Entnommen aus einem auf das Jahr 1547 datierten Buchblock, zeigt der Büttenpapierhalbbogen ein charakteristisches Wasserzeichen, bestehend aus einem Wappen mit gekreuzten Schwertern über einer Kartusche mit einem auf einem Ast sitzenden Sittich. 
Produziert wurde es seiner Herkunft nach spätestens zwei Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung der Papiermühle Zwönitz. 1545 erbittet Mathern Greff vom Rat der Stadt Zwönitz die Zuerkennung bürgerlicher Rechte und verweist in diesem Zusammenhang auf seine erst kürzlich privilegierte und mit großem Aufwand errichtete Papiermühle. 
Die Frage, wann genau Matherns Mühle ihren Betrieb aufgenommen hat, ist schwer zu beantworten. Uns bisher nur als Durchzeichnungen bekannte Wasserzeichen zeigen in geringfügigen Abwandlungen das gleiche Bild wie das uns nun übergebene Stück. Sie finden sich in sogenannten Türkensteuerlisten des Amtes Schwarzenberg für die Jahre 1542/43 und in Bergrechnungen aus dem Jahr 1546, die der Scheibenberger Pfarrer entdeckte und am 06.07.2000 im Zwönitzer Wochenblatt veröffentlichte. Ein entsprechendes von Charles-Moïse Briquet 1923 veröffentlichtes Wasserzeichen gehört in die Jahre 1543-1545. 

Somit ergibt sich eine ganze Reihe von Wasserzeichen aus Schwertern und Sittich, die die frühesten Jahre der Zwönitzer Papiermacherei bezeugen und ihren Beginn um 1542 annehmen lassen, nun auch im Original vertreten in den Zwönitzer Sammlungen. 
Zu uns gekommen ist dieses ganz besondere Blatt Papier, zusammen mit zahllosen weiteren wertvollen Objekten, durch Christian Bleyl, Papieringenieur aus Breitenbrunn, dem an dieser Stelle noch einmal von Herzen gedankt sei.

Türkensteuerlisten Schwarzenberg 1542