von Falk Drechsel, Sehmatal-Cranzahl, Teil 6
Treffpunkt der sozialdemokratischen Arbeiterjugend
Um 1925 entwickelte sich der Treffpunkt der Arbeitersportler auch zu einem Treffpunkt der Sozialdemokratischen Arbeiterjugend (SAJ).
Ab diesem Zeitpunkt wurden häufig sogenannte „Waldlager“ abgehalten. Viele Arbeiterjugendliche kamen zum Beispiel aus Auerbach, Brünlos, Burkhardtsdorf, Dorfchemnitz, Gelenau, Gornsdorf, Herold, Meinersdorf, Thalheim, Thum und Wolkenstein. Diese Waldlager dienten sowohl der politischen Arbeit der Sozialisten als auch Spiel, Sport und Gemeinschaft. Zu den Pfingsttreffen der Jugendlichen wurde eingangs eine Kundgebung abgehalten, ein gemeinsames Kampflied angestimmt – begleitet etwa vom SAJ-Spielmannszug Auerbach. Der Jugendunterbezirk Thalheim, zu dem auch Hormersdorf gehörte, hatte sich eine Feldküche angeschafft. Diese wurde jedes Jahr, ohne Pferde oder andere Zugtiere, von Thalheim hinauf zur Ochsenwiese und wieder zurück bewegt.
Der große Stellenwert, den der Sport in den 1920er und frühen 1930er Jahren hatte, zeigt sich auch daran, dass 1931/32 die drei Hormersdorfer Sportvereine zusammen 400-500 Mitglieder zählten. Fußballspiele auf dem „Roten Ochsen“, wie zum Beispiel 1932 gegen Phönix Wien, bei dem Hormersdorf 4:3 siegte, zogen Scharen von Zuschauern an.
Fortsetzung folgt
