
von Falk Drechsel, Sehmatal-Cranzahl, Teil 7
Titelbild: Vereinsstempel, ca. 1928
Das Ende nach nur zehn Jahren
In den ersten Jahren bestand zwischen der Sportvereinigung und der Gemeindeverwaltung kein Pachtvertrag über die Ochsenwiese. Erst am 2. Januar 1931 wurde eine Erbpachtvertrag über 450 m² Wiese und den Teich auf 75 Jahre abgeschlossen. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 zogen dunkle Wolken über der sozialdemokratischen Bewegung Hormersdorfs auf. Bereits am 8. April 1933 wurde das Unterkunftsheim Roter Ochse durch die nationalsozialistische Sturmabteilung (SA) geräumt und geschlossen – möglich nur deshalb, weil die „Sportvereinigung e.V.“ nicht Eigentümerin des Grundstückes war. Alle Vereine wurden gemäß Reichsgesetzen vom 26. Mai 1933 und 31. Juli 1933 aufgelöst und aus den Vereinsregistern gestrichen. Das Vereinsvermögen wurde vom Land Sachsen eingezogen. Im August 1933 erhielt der Vereinsvorsitzende Oskar Drechsel die Mitteilung, dass der Verein aufgelöst sei. Schon am 2. November 1933 wandte sich das „Deutsche Jungvolk Chemnitz, Jungbanner 1 und 2/104“ an die Gemeindeverwaltung mit der Bitte, das Unterkunftsheim mieten zu dürfen – was schnell genehmigt wurde. Die Nationalsozialisten nutzten den angelegten Sportplatz in den folgenden Jahren – allerdings verfiel die Anlage bald und wurde in den Kriegsjahren nicht mehr gepflegt. Einen traurigen Schlusspunkt setzte der 5. Januar 1935: An diesem Tag wurden am Roten Ochsen alle Kassenbücher, Schriftstücke und Vereinsunterlagen der Sportvereinigung, die bis dahin im Unterkunftsheim lagerten, durch den Bürgermeister Alfred Drechsel und den Ortsgruppenleiter Walter Großler verbrannt.
Fortsetzung folgt
