
von Falk Drechsel, Sehmatal-Cranzahl, Schluss
Nach 1945
Nach 1945 war der Rote Ochse nur noch ein karger Rasenplatz, wurde aber noch bis in die 1970er Jahre von Jugendlichen für Fußballspiele genutzt. Auch die Gesellschaft für Sport und Technik (GST), eine Massenorganisation der DDR, nutzte das Gelände noch für Zeltlager. Zu diesem Zeitpunkt bestand das Unterkunftsheim bereits nicht mehr, die Gebäude waren in den Kriegs- und Nachkriegsjahren von Hormersdorfern als Brennmaterial verwendet worden. Im Jahr 1968 stieß die Oberschule Gornsdorf unter Leitung des Lehrers Gerhard Uhlig ein Projekt an: Der „Rote Ochse“ sollte als Sport- und Ferienanlage erhalten bleiben, um an die „revolutionäre Tradition“ anzuknüpfen. Erste Arbeiten waren schon erfolgt, jedoch wurde das Vorhaben bald wieder gestoppt. Zehn Jahre später (1978) griff der Kulturbund Hormersdorf die Initiative erneut auf und plante eine Erinnerungstafel aufzustellen – auch dieses Projekt verlief im sprichwörtlichen Sand.
Die Grundmauern der Gebäude waren noch bis ca. 2015 sichtbar. Heute erinnert nur noch der Name im Sprachgebrauch sowie einige Fotos an die bewegte Geschichte des „Roten Ochsen“. Wer hat noch Anekdoten, Bilder und Dokumente zum „Roten Ochsen“? Ich würde mich über Ergänzungen freuen! Vielleicht ist es nun an der Zeit, die bewegte Geschichte des „Roten Ochsen“ auf einer Tafel zu würdigen und sie an Ort und Stelle aufzustellen? Bilder: Dank gilt Thomas und Bärbel Viertel aus Auerbach, Irene Achtert aus Hormersdorf, Thomas Drechsel aus Hormersdorf und Hella Thierfelder aus Auerbach, die dem Verfasser Originalfotos und Pläne überließen. Ebenso dem Heimatmuseum Hormersdorf für die Bereitstellung der Kopie des Baufotos. Zeitzeugenberichte von Reinhard Lötzsch aus Hormersdorf vom 13. Januar 2022; Herbert Uhlig aus Gornsdorf vom 30. April 2025; sowie Informationen von Bärbel Dietz aus Auerbach , Regine Seifert aus Hormersdorf, Jens Seifert aus Auerbach, Falk Findeisen aus Ehrenfriedersdorf und dem Forstrevierleiter Michael Melzer, ihnen allen gilt mein herzlicher Dank. Das Foto der Hormersdorfer Turner in Zittau von 1910 wurde bereits in der Hormersdorfer Chronik 1900-2000, S. 16, Abb. 7 abgedruckt. Dort sind die Namen teilweise falsch angegeben. Weiterhin zeigt die genannte Chronik auf S. 17, Abb. 9 nicht die Arbeiterturner, sondern Stabübungen des Turnverein „Germania“. Auf S. 46, Abb. 43 ist nicht das Unterkunftsheim des TV Germania, sondern das Unterkunftsheim der Sportvereinigung e.V. abgebildet.
