von Falk Drechsel, Sehmatal-Cranzahl, Teil 6

Treffpunkt der sozialdemokratischen Arbeiterjugend

Um 1925 entwickelte sich der Treffpunkt der Arbeitersportler auch zu einem Treffpunkt der Sozialdemokratischen Arbeiterjugend (SAJ).

Ab diesem Zeitpunkt wurden häufig sogenannte „Waldlager“ abgehalten. Viele Arbeiterjugendliche kamen zum Beispiel aus Auerbach, Brünlos, Burkhardtsdorf, Dorfchemnitz, Gelenau, Gornsdorf, Herold, Meinersdorf, Thalheim, Thum und Wolkenstein. Diese Waldlager dienten sowohl der politischen Arbeit der Sozialisten als auch Spiel, Sport und Gemeinschaft. Zu den Pfingsttreffen der Jugendlichen wurde eingangs eine Kundgebung abgehalten, ein gemeinsames Kampflied angestimmt – begleitet etwa vom SAJ-Spielmannszug Auerbach. Der Jugendunterbezirk Thalheim, zu dem auch Hormersdorf gehörte, hatte sich eine Feldküche angeschafft. Diese wurde jedes Jahr, ohne Pferde oder andere Zugtiere, von Thalheim hinauf zur Ochsenwiese und wieder zurück bewegt.

Spielmannszug der Sozialdemokratischen Arbeiterjugend Auerbach auf dem Roten Ochsen, ca. 1928
Zeltlager der Sozialdemokratischen Arbeiterjugend Auerbach auf dem Roten Ochsen, ca. 1928
Das Unterkunftsheim um 1929 – v.li. stehen: Herbert Vorberg *1909, Oskar Hilbert *1908, Walter Voitel *1912 und Willi Thierfelder *1904, es folgen fünf unbekannte Männer, dann die Brüder Erich *1920 und Rudi Weiß *1922, fünf weitere unbekannte Personen
Feldküche der Sozialdemokratischen Arbeiterjugend Thalheim auf dem Roten Ochsen, ca. 1928
Spiele der Sozialdemokratischen Arbeiterjugend Auerbach auf dem Roten Ochsen, ca. 1928

Der große Stellenwert, den der Sport in den 1920er und frühen 1930er Jahren hatte, zeigt sich auch daran, dass 1931/32 die drei Hormersdorfer Sportvereine zusammen 400-500 Mitglieder zählten. Fußballspiele auf dem „Roten Ochsen“, wie zum Beispiel 1932 gegen Phönix Wien, bei dem Hormersdorf 4:3 siegte, zogen Scharen von Zuschauern an.

Fortsetzung folgt