Vorwort Der folgende Text behandelt die Geschehnisse um Wilhelm Lieberwirth, einen Teilnehmer am deutsch-französischem Krieg 1870/71. Die Familie Lieberwirth lebte zu dieser Zeit auf der Gifthütte (heute Jugendherber- ge Hormersdorf) – kurz „de Hitt“. Sie waren im Dorf unter dem Spitz- namen „Christel-Karl“ bekannt. Carl Wilhelm Lieberwirth, geboren am 12.11.1848 in Hormersdorf, wurde „Gifthitten-Helm“ genannt. Er er- hielt den Spitznamen durch den Beruf seines Vaters, der Pächter des Ar- senikwerks, eben der Gifthütte war. Der Bericht handelt von der Verschleppung von Wilhelm Lieberwirth durch die Franzosen nach Algier/Afrika sowie seiner abenteuerlichen Flucht von dort. Der Verfasser Carl Friedrich Rausch aus Thum ließ sie sich von Therese Knobloch geb. Lie- berwirth erzählen. Sie war die jüngere Schwester von Wilhelm. Diese Schwester Therese oder „Christel-Karl-Rösel“ oder „Gifthitten-Rösel“ genannt, lebte von 1863 bis 1944. Sie verstarb in Thum. Ich fand diese Geschichte in einer Zeitschrift mit dem Titel „Rund um den Greifenstein – Kultur- historische Heimats- und Verkehrswochen- schrift“ vom 27. April 1929, 1. Jg. Nr. 43, S. 342. Ich habe sie bearbeitet, gekürzt und in einen flüs- sigeren Stil gebracht. Es ist eine tragische und in- teressante Kriegsgefangenengeschichte, die es wert ist, erhalten und erzählt zu werden.

Falk Drechsel 

Titelbild: Die Gifthütte um 1890, in dem großen Gebäude links wohnte die Fami- lie Lieberwirth aus: Hormersdorf/Erzgebirge Heimatgeschichte von Johannes Voigt, 1937

Da es von Wilhelm Lieberwirth keine Fotografie gibt stehen Fotos an- derer Hormersdor- fer Kriegsteilneh- mer von 1870/71 stellvertretend für ihn. Hier im Bild Kriegsteilnehmer Carl Brunner *1840, „Haus- Fried“ genannt.