Die rettungsdienstliche Versorgung im Zwönitztal macht einen großen Schritt nach vorn. Mit einem Investitionsvolumen von rund 3,6 Millionen Euro, getragen von den gesetzlichen Krankenkassen, entsteht im Gewerbegebiet Zwönitz ein moderner Neubau, der die bisherige Rettungswache in Dorfchemnitz ablöst. Während die Mauern wachsen, sorgte die Energieversorgung für Herausforderungen. Peter Leichsenring, 1. Beigeordneter des Erzgebirgskreises und stellvertretender Verbandsvorsitzender des Rettungszweckverbandes Chemnitz-Erzgebirge, macht deutlich, warum der Neubau alternativlos war: „Das Bestandsobjekt in Dorfchemnitz ist in die Jahre gekommen und die Räumlichkeiten entsprechen nicht mehr den Anforderungen.“
Mehr Kapazität für den Ernstfall
Waren in Dorfchemnitz bisher nur ein Rettungswagen und ein Krankentransportwagen stationiert, wird die neue Wache zwei Rettungswagen und zusätzliche Krankentransportwagen beherbergen. Der neue Standort wurde nach strategischen Kriterien gewählt. „Wir sind bei der Wahl nicht ganz frei“, erklärt Leichsenring. Das Gesetz schreibe vor, dass in der Notfallrettung jeder Einsatzort an einer öffentlichen Straße innerhalb von zehn Minuten erreichbar sein muss. „Nicht die Nähe zum Krankenhaus ist entscheidend, sondern die Nähe zum Patienten“, so Leichsenring. Das Grundstück bietet den nötigen Platz und den erforderlichen Abstand zur Wohnbebauung, um Lärmbelästigungen durch nächtliche Einsätze zu minimieren.
Stromversorgung ist ein Problem
Der Neubau hat eine „Baustelle“ im übertragenen Sinne: die Stromversorgung. Obwohl sich das Grundstück im erschlossenen Gewerbegebiet befindet, teilte der Netzbetreiber zu Baubeginn mit, dass eine neue Mittelspannungsleitung verlegt werden müsse. Dies führt zu einer ungeplanten Kostenbeteiligung von rund 80.000 Euro. Rainer Berndt, Geschäftsführer der Krieger Bauplanungsgesellschaft sagte zum Richtfest: „Wir müssen uns seit Februar 2025 mit Notstrom behelfen und dadurch wird viel Diesel verbrannt.“ Mittlerweile konnte der Netzbetreiber eine Baustromversorgung sicherstellen, die nur noch zeitlich begrenzte Einsätze zusätzlicher Notstromgeräte für einzelne Ausbaugewerke erforderlich macht. Ob allerdings bis zur Fertigstellung der Rettungswache auch der endgültige Stromanschluss zur Verfügung stehen wird, ist nach wie vor nicht abschließend geklärt.
Fertigstellung für 2026 geplant
Die Fertigstellung ist für zweite Halbjahr 2026 geplant. Nach der Eröffnung der Wache in Thalheim 2019 und dem Neubau in Zwönitz steht perspektivisch auch die Erneuerung des Standorts Burkhardtsdorf auf der Agenda. (wend)
Foto/Text: Ralf Wendland/Rettungszweckverband Chemnitz-Erzgebirge
