Zum Abschluss unserer Ausstellung „Alles im Fluss?“ stand im MITTENDRIN ein Thema im Mittelpunkt, das uns alle betrifft: unser Wasser. Den Vortrag „Wasser im Erzgebirge – ein echter Zukunftsund Klimafaktor“ hielt Grit Ebert von der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen. Parallel dazu konnten die Besucherinnen und Besucher sechs verschiedene Wassersorten aus neutralen Flaschen „blind“ verkosten; Mineralwasser überwiegend aus unserer Region und auch Zwönitzer Leitungswasser war dabei. Ein direkter, ganz praktischer Zugang zu einem Thema, das oft sehr abstrakt diskutiert wird. Gern wurden die Fragebögen ausgefüllt, ob das Wasser eher salzig, sauer oder süßlich schmeckt und als angenehm oder eher unangenehm empfunden wird. Bei der Auflösung nach dem Vortrag stellte sich heraus: Wasser ist nicht gleich Wasser und die Geschmäcker der Menschen sind auch dabei ganz verschieden. Grit Ebert betrachtete die künftige Entwicklung und stellte fest: Mehr Hitze, andere Niederschläge. Die Zahlen für Sachsen und speziell für Zwönitz sind eindeutig, die Temperaturen steigen. Bereits heute liegt die Durchschnittstemperatur spürbar höher als im Zeitraum 1961– 1990. Besonders eindrücklich: Ab etwa 2040 wird ein Jahr wie das sehr warme Jahr 2020 statistisch gesehen „normal“ sein. Für Zwönitz bedeutet das bis zum Ende des Jahrhunderts, im Szenario ohne konsequenten globalen Klimaschutz:

• rund 74 Sommertage über 25 °C (früher 15)
• etwa 30 heiße Tage über 30 °C (früher 1)
• dafür nur noch 57 Frosttage (früher 121)

Hitzeperioden nehmen stark zu, Kälteperioden deutlich ab. Gleichzeitig verschieben sich die Niederschläge: feuchtere Winter und Frühjahre, trockenere Sommer. Regen fällt häufiger als Starkregen, mit Folgen für Hochwasser und Wasserspeicherung. Wasser verschwindet also nicht, aber es verteilt sich anders über das Jahr. Das Erzgebirge ist ein großartiger Wasserspeicher. Ein großer Teil des sächsischen Trinkwassers stammt aus Talsperren und die meisten davon liegen im Erzgebirge. Die Talsperren Eibenstock, Sosa und Cranzahl sichern die Versorgung zahlreicher Städte und Gemeinden. Diese Anlagen müssen heute viel leisten: Sie speichern Wasser für trockene Zeiten und schützen gleichzeitig bei starken Niederschlägen vor Hochwasser. Ein Balanceakt, der anspruchsvoll bleibt. Wälder und Feuchtgebiete wirken wie natürliche Speicher. Waldböden können große Mengen Wasser aufnehmen und langsam wieder abgeben. Gleichzeitig steht die Wasserwirtschaft vor Herausforderungen – etwa durch Altbergbau oder natürliche Stoffe aus Moorgebieten, die die Aufbereitung aufwendiger machen. Die Qualität unseres Trinkwassers wird kontinuierlich überwacht. Auf der Internetseite der Wasserwerke Westerzgebirge können Bürgerinnen und Bürger unter dem Bereich „Trinkwasser – Wassergüte“ für jede Straße in Zwönitz eine detaillierte Analyse abrufen; die jüngste Veröffentlichung stammt aus dem Februar 2026. Der Abend machte deutlich: Wasser ist kein fernes Umweltthema, sondern Teil unseres Alltags, vom Glas auf dem Tisch bis zur Landschaft vor unserer Haustür. Unser Erzgebirge spielt dabei eine wichtige Rolle für ganz Sachsen. Konkret für Zwönitz zeigte sich: Hinsichtlich der Wasserqualität und -situation sind die Werte besser als in anderen Gebieten Sachsens, aber die beschriebenen Entwicklungen sind ernst zu nehmen. Auch wenn doch eine Vielzahl an Zahlen und Fakten zu verkraften waren, bestätigten die Teilnehmer der gut besuchten Veranstaltung, dass es sehr informativ und interessant war, genau auf Zwönitz abgestellte Informationen zu bekommen.

Text/Bild: Zwönitz Miteinander e. V.