Das gesamte Team des Hormersdorfer Theatervereins hat es auch in diesem Jahr geschafft, über 2300 Gäste zum Lachen zu bringen. Danke dafür!

Zwischen Gartenzaun, Geheimnissen und großem Gelächter hat das neue Theaterstück „Ibernanner-Namenanner“ des Erzgebirgischen Theatervereins Hormersdorf e.V. das Publikum in Hormersdorf begeistert. Sobald sich der Vorhang hob und die beiden scheinbar harmonischen Nachbarsfamilien aufeinandertrafen, war klar, dass beste Unterhaltung bevorstand. Über Wochen hinweg hatten rund 40 Mitwirkende vor und hinter der Bühne daran gearbeitet, eine Inszenierung zu schaffen, die nicht nur humorvoll und lebendig ist, sondern zugleich ein Stück erzgebirgische Identität vermittelt. Im Mittelpunkt stehen die Familien Wacker und Rauscher (Bild rechts unten), die Tür an Tür in einer Doppelhaushälfte leben. Während Willi Wacker liebevoll seinen Garten pflegt und seine Frau Sonja den Haushalt führt, verbringt Nachbar Heini Rauscher seine Zeit lieber mit Bier und Zeitung. Seine Frau Yvonne beginnt den Tag gern etwas später und lässt sich von Mann und Sohn Danny verwöhnen. Die geordnete Idylle gerät jedoch ins Wanken, als Frau Huber mit brisanten Neuigkeiten auftaucht: Angeblich sollen sich die erwachsenen Kinder der beiden Familien, Danny Rauscher und Annika Wacker, heimlich treffen und sogar mehrfach ein Zimmer im Gasthof gemietet haben. Besonders brisant ist dies, weil Annika eigentlich den Rechtsanwalt Leopold von Eschersheim heiraten soll (Bildszene unten) – und weil die Familien Wacker und Rauscher eine ungeklärte gemeinsame Vergangenheit verbindet.

Schon im Vorspiel wird deutlich, dass Danny kein Kind von Traurigkeit ist. Seine Flirts mit Uta und Claudi sowie weitere chaotische Nebenfiguren – darunter Steffi, die dem Gin Tonic etwas zu sehr zuspricht – sorgen für zusätzliche Verwirrung. Was folgt, ist eine turbulente Abfolge von Streit, Missverständnissen und skurrilen Wendungen: Ein eigens errichteter „Mauerbau“ durch polnische Spezialkräfte, romantische Minnegesänge des verschmähten Leopold und sogar Mordermittlungen durch Polizist Wendt treiben die Handlung immer weiter auf die Spitze. Besonders im Gedächtnis bleibt die spektakuläre Gesangs-, Tanz- und Akrobatikeinlage des unglücklichen Leopold, der damit vergeblich versucht, Annikas Herz zurückzugewinnen. Erst Tante Elise gelingt es schließlich, die verfahrene Situation aufzulösen. Am Ende steht – ganz im Sinne eines klassischen Lustspiels – die Versöhnung, und Annika und Danny erhalten den Segen ihrer Eltern. Was auf der Bühne leicht und spielerisch wirkt, ist das Ergebnis intensiver Vorbereitung. Bereits im Oktober begannen die ersten Sprechproben, zunächst einmal wöchentlich, später zweimal pro Woche direkt auf der Bühne. Ein wichtiger Meilenstein war der Aufbau des detailreichen Bühnenbildes im Februar, das das Leben in der Doppelhaushälfte authentisch widerspiegelt. Auch Kostüme, Perücken und Maske wurden sorgfältig abgestimmt, während die Souffleusen Peggy Langer und Monika Hilbert für Sicherheit während der Aufführungen sorgten. Eine ganztägige Probe an einem Sonnabend brachte schließlich alle Szenen unter realistischen Bedingungen zusammen.

Neben den Darstellern trugen zahlreiche Helfer im Hintergrund maßgeblich zum Erfolg bei. Die technische Umsetzung verlangte präzise Mikrofonsteuerung und ein ausgefeiltes Lichtkonzept. Neu war eine Kamera im Zuschauerraum, deren Bild hinter die Bühne übertragen wurde, sodass die Darsteller jederzeit den Überblick behielten. Auch das Küchenteam leistete Großes: Es plante Speisen und Getränke für die Besucher und überraschte erneut mit den beliebten „Lampenfieber-Troppen“, die mit individuellen Etiketten humorvoll an das Stück anknüpften. Das Publikum zeigte sich begeistert. Viele Besucher lobten die Aufführung als „spitze“ und „mega“ und betonten, wie sehr sie gelacht hätten. Auch die Pflege der erzgebirgischen Mundart wurde vielfach gewürdigt – ein wichtiger Bestandteil regionaler Identität, den der Verein seit seiner Gründung 1993 pflegt. Mit rund 80 Mitgliedern engagiert sich der Erzgebirgische Theaterverein Hormersdorf e.V. für den Erhalt der Mundart und die kulturelle Gestaltung des Ortes. Der Wahlspruch „Ner mitenanner sei mor Spitze!“ bringt diesen Anspruch treffend zum Ausdruck. Der große Zuspruch bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Seit Jahren übersteigt die Nachfrage nach Karten das Angebot, und die Verantwortlichen betonen, dass die Belastungsgrenze des ehrenamtlichen Engagements erreicht sei. Dennoch zieht der Vorsitzende Michael Ullmann ein positives Fazit zur Saison über 12 Vorstellungen mit rund 2.300 Gästen und dankt allen Mitwirkenden, Unterstützern und dem treuen Publikum. Wer die Aufführungen verpasst hat, erhält am 2. Mai 2026 in Obermichelbach eine letzte Gelegenheit, das Stück zu erleben. Der reguläre Kartenvorverkauf für die nächste Saison beginnt am 9. Januar 2027 – ein Termin, den sich viele Theaterfreunde sicher vormerken werden.

Text: Michael Ullmann, Fotograf: Gerson Andreas