
Dass die Stadt Zwönitz den „Stern“ am Marktplatz erworben hat, ist kein Geheimnis. Was damit geplant ist, soll auch kein Geheimnis bleiben. Der Tagesordnungspunkt zur Revitalisierung des Gasthofs „Zum Goldenen Stern“ wurde daher in der Stadtratssitzung am 14. April 2026 im Buntspeicher zu einem zentralen Thema, der durch Herrn Michael Kroll (Bild) von der KEM Kommunalentwicklung Mitteldeutschland GmbH und dem Bürgermeister vorgestellt wurde. Ausgangspunkt ist der Umstand, dass die Stadt Zwönitz den ältesten, durchgängig betriebenen Gasthof Sachsens erworben hat, um Fehlentwicklungen zu verhindern und das historische Gebäudeensemble im Marktbereich zu sichern. Für die Erarbeitung eines Revitalisierungskonzepts wurden in Kooperation zwischen Stadtverwaltung und dem Förderverein „Lebenswertes Zwönitz“ erste Ideen entwickelt und ein LEADER Förderantrag gestellt, der am 26.03.2026 bewilligt wurde. Ziel der gesamten Revitalisierung soll die Belebung der Innenstadt sein, touristische Angebote zu stärken und die traditionelle Nutzung als Gasthof in zeitgemäßer Form fortzuführen, ohne den bestehenden Gastronomiebetrieben Konkurrenz zu machen. Stattdessen könnte der „Goldene Stern“ als Bürgergemeinschaftshaus mit Räumen für Begegnung, Veranstaltungen und Feiern entwickelt werden, ergänzt durch weitere öffentliche WC Anlagen, eine Glasspülküche zur Unterstützung von Festen am Markt sowie in Stoßzeiten dringend benötigte Apartments. Der abgeschlossene Hofbereich biete ideale Voraussetzungen für ruhige, innenstadtverträgliche Formate. Auf dieser Grundlage erhielt die KEM den Auftrag, ein Nutzungskonzept zu entwickeln und mit einer ersten Grobkostenschätzung zu versehen. Herr Kroll erläuterte die historische Bedeutung des Gebäudes sowie die baulichen Gegebenheiten. Der Dreiseitenhof hat mit rund 1.500 m² Gesamtgeschossfläche ein großes Potential. Allein der historische Gewölbekeller hat mit 170 m² mehr Nutzfläche als ein ganzes Eigenheim. Dementsprechend hoch sind jedoch auch die Sanierungskosten. Die vorgestellten Pläne umfassen eine umfassende Sanierung des Gasthofgebäudes sowie der beiden Stallgebäude. Die Kostenschätzung beläuft sich inklusive Planung auf rund 4 Mio. Euro. Eine Umsetzung sei nur mit Fördermitteln realistisch. Den Eigenanteil könnte die Stadt dann über Pachteinnahmen refinanzieren. Als Fördermöglichkeit wurde die Erarbeitung eines städtebaulichen Sanierungsgebietes vorgeschlagen. Der Bürgermeister betonte dabei den Zeitdruck, da ein diesbezüglicher Genehmigungsantrag bis Mitte November eingereicht werden muss, bis dahin jedoch viele Zwischenschritte notwendig sind und die Bewilligungsbehörde schon frühzeitig einzubeziehen ist. Er warb daher ausdrücklich für die Bestätigung der vorgestellten Planungsziele und die Beauftragung einer Machbarkeitsstudie, in der die Planungen detailliert werden, um das Investitionsrisiko zu minimieren. 42.000 Euro sollen hierfür in die Hand genommen werden. Voraussetzung dafür ist die erneute Bewilligung von LEADER-Fördermitteln. Eine diesbezügliche Projektskizze wurde von der Stadtverwaltung bereits vorsorglich eingereicht. Nach mehreren Rückfragen und intensiver Diskussion folgte der Stadtrat diesem Vorschlag einstimmig.
