In der Stadtratssitzung am 14. April 2026 erfolgte nun der Startschuss für den Bau einer neuen Radwegbrücke neben der Fuchsbrunnbrücke. Damit geht ein Projekt in den „Endspurt“, das die Stadt Zwönitz und ihre Nachbarkommunen fast ein Jahrzehnt lang intensiv beschäftigt hat. Was 2017 mit der Hoffnung begann, die historische Fuchsbrunnbrücke aus dem Jahr 1899 denkmalgerecht zu sanieren und als Radwegüberquerung nutzbar zu machen, mündet nun in die Vergabe der Bauleistungen für eine moderne Ersatzbrücke – und damit in die endgültige Schließung einer wichtigen Lücke auf der regionalen Hauptradroute II 11 zwischen Chemnitz und Johanngeorgenstadt. Dass die neue Brücke bereits Ende dieses Jahres fertiggestellt sein soll, ist das Ergebnis eines langen, oft schwierigen, aber konsequent verfolgten Entscheidungsprozesses. 
2017 wurde eine Machbarkeitsstudie beauftragt. 2021 schloss Zwönitz mit Lößnitz und Lauter-Bernsbach eine Zweckvereinbarung ab, in denen sich alle drei Städte dazu bekannten, eine Sanierung dieser Brücke anzustreben. Doch vertiefte Prüfungen zeigten, dass die Sanierung der alten Stahlbrücke 4 Millionen Euro kosten würde. Leider konnten trotz größter Bemühungen nur 1,8 Millionen Fördermittel akquiriert werden, so dass der verbleibende Eigenanteil für die beteiligten Kommunen zu hoch war. Da nützten auch die aus der Luft gegriffenen Behauptungen von selbsternannten „Fachleuten“ nichts, wonach eine Sanierung wesentlich billiger möglich wäre. Wenn der komplette Neubau in der wirtschaftlichsten Variante bereits 2,1 Millionen kostet, ist wohl jedem klar, dass eine denkmalgerechte Sanierung der historischen Brücke wesentlich mehr kosten muss. 
Am Ende sind Verwaltung, Stadtrat und sicherlich viele Bürger froh, dass die beteiligten Kommunen am Ziel eines Lückenschlusses festhalten, der nun realisiert wird. Daher wurde 2025 die Zweckvereinbarung angepasst, um diesen neuen Fördergegenstand abzubilden und die Kostenverteilung verbindlich zu regeln. Damit war der Weg frei für eine moderne Ersatzbrücke unmittelbar neben dem Denkmal. Die nun in der Aprilsitzung erfolgte Vergabe der Bauleistungen ist der entscheidende Schritt zur Umsetzung dieser Lösung. Die Arbeiten wurden in zwei Lose aufgeteilt. Das erste Los umfasst die Unterbauten, die Baustelleneinrichtung, die Zuwegung sowie die Errichtung der Fundamente mit Mikrobohrpfählen. Den Zuschlag erhielt die Gerlach Haus GmbH & Co. KG aus Zwönitz-Dorf chemnitz mit einer Auftragssumme von 403.048,24 Euro brutto. Das zweite Los beinhaltet den kompletten Überbau der neuen Hängebrücke einschließlich der erforderlichen Planungsleistungen. Hier setzte sich die Stahlund Maschinenbau Graf GmbH aus Weinböhla durch, die den Auftrag für 1.347.480,36 Euro brutto erhielt. Beide Vergaben erfolgten nach öffentlicher Ausschreibung, Prüfung der Angebote und Bietergesprächen. 
Es wird also bald reges Treiben im Wald neben der Fuchsbrunnbrücke herrschen. Zwar hat sich aktuell noch eine formale Hürde durch eine Rüge der Ausschreibung ergeben, es wird jedoch in den nächsten Tagen mit einem positiven Ergebnis der Überprüfung durch die Landesdirektion Sachsen gerechnet. Sollte wie geplant die Brücke am Ende des Jahres stehen, wäre dieser Brückenbau ein Rekord, der in Deutschland seines Gleichen sucht. Denn von der Planung bis zur Umsetzung wären tatsächlich nur 1,5 Jahre vergangen. Neben diesem Thema und den geplanten „Stern-Stunden“, wie in der letzten Ausgabe berichtet, befasste sich der Stadtrat in seiner Sitzung vom 14. April noch mit dem spannenden Thema Sanierung Knochenstampfe. Die Stadt Zwönitz kann in den Jahren 2025 und 2026 rund 540.000 Euro aus dem neuen Sachsenfonds für wichtige Investitionen einsetzen. Da die Sanierung der Knochenstampfe in Dorfchemnitz seit Langem vorbereitet ist und keine andere Förderung in Sicht war, soll dieses Projekt nun vorrangig umgesetzt werden. Mit den Mitteln kann die Standsicherheit des historischen Gebäudes gesichert und die Grundlage für den späteren Museumsbetrieb geschaffen werden. Die Maßnahme war bereits im Haushalt eingeplant und kann nun früher als ursprünglich vorgesehen starten. Für Dorfchemnitz ein bedeutender Schritt zum Erhalt dieses wunderbaren kulturellen Zentrums und Treffpunkts auf dem Gelände der Knochenstampfe. 
Ein Beschluss drehte sich um das Thema „ERZmobil“. Zwönitz beteiligt sich an einem interkommunalen Projekt, um das erfolgreiche On Demand System „ERZmobil“ auszuwerten und ein Konzept für dessen möglichen Einsatz in Ehrenfriedersdorf zu entwickeln. Dafür werden bis zu 30.000 Euro außerplanmäßig bereitgestellt, die vollständig durch Fördermittel aus Ehrenfriedersdorf gedeckt sind. Die Analyse soll zeigen, wie das Zwönitzer Modell übertragen und gleichzeitig das eigene Angebot weiter verbessert werden kann. Mit diesem Beschluss wird der Grundstein gelegt, damit in Ehrenfriedersdorf ein ERZmobil-Fahrzeug entstehen kann. Perspektivisch könnte daraus ein gemeinsames Mobilitätsangebot mit Geyer und Elterlein wachsen – ein möglicher nächster Schritt für moderne Mobilität im Erzgebirge. 
Weitere Beschlüsse galten der Widmungserweiterung des „Mastenweges“, der Verlängerung der Zweckvereinbarung kommunaler Zusammenarbeit im Bereich Personenestandswesen, der ersten Verlängerung der Veränderungssperre des in Aufstellung befindlichen Bebauungsplans „Niederer Halsbach“, der Bestellung eines Prüfers für die örtliche Prüfung und der Anwendung der Verwaltungsvorschrift der Sächsischen Staatskanzlei über die Beflaggung.