
Haben Sie sich bei der letzten Ausgabe unseres Zwönitzer Anzeigers auch über das ungewohnte Titelblatt gewundert? Genau das war die Absicht hinter dieser ungewöhnlichen Gestaltung, die für reichlich Gesprächsstoff gesorgt hat. Wir wollten bewusst aufrütteln und den Blick auf eine Krise lenken, die uns alle ganz direkt betrifft: die finanziell prekäre Lage der Kommunen und die damit verbundene, akute Gefahr für das gesellschaftliche Leben vor unserer Haustür. So können laut einer SWR-Recherche 95% der Kommunen keinen ausgeglichenen Haushalt erreichen. Auch Zwönitz ist massiv von dieser Entwicklung betroffen. Den Kommunen werden von der Bundesund Landespolitik immer mehr Pflichtaufgaben aufgedrängt, ohne dass geklärt ist, wer am Ende dafür zahlt. Das bittere Ergebnis dieser unzureichenden Finanzierung sind Löcher in den Haushaltskassen. Um diese zu stopfen, droht im schlimmsten Fall der Rotstift bei den Dingen, die unsere Stadt eigentlich erst lebenswert machen. Für uns in Zwönitz bedeutet das konkret: die traditionsreichen Stadtfeste, der Betrieb unserer Schwimmbäder, die unverzichtbare Förderung unserer Vereine, der Zwönitzer Anzeiger und noch vieles mehr steht auf dem Spiel. Wenn diese Angebote wegbrechen, hat dies negative Folgen für unser Vereinswesen, das soziale Miteinander, unsere geliebten und überregional bekannten Veranstaltungen und das Leben in unserer Stadt. Aus diesem dringenden Grund haben sich der Deutsche Städteund Gemeindebund, der Deutsche Städtetag und der Deutsche Landkreistag zusammengeschlossen und zu einem bundesweiten Aktionstag am 22. Juni aufgerufen. Für uns war es selbstverständlich, uns aktiv an diesem Protest zu beteiligen, um endlich eine faire und verlässliche finanzielle Ausstattung einzufordern, damit Zwönitz auch in Zukunft eine lebendige Heimat bleibt.
