Für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Wirken für Kultur, Mundartpflege, Heimatgeschichte und Gemeinschaft wurde Frau Regine Seifert am 23. Juni 2026 in der Albrechtsburg Meißen mit dem Sächsischen Verdienstorden geehrt. Diese höchste Auszeichnung des Freistaates würdigt ein Engagement von unschätzbarem Wert, da Frau Seifert in besonderer Weise jene Werte des bürgerschaftlichen Engagements verkörpert, für die der Orden steht. Die tief in Hormersdorf verwurzelte Erzgebirgerin legte die Grundlagen für ihren späteren Lebensweg an der Sportschule in Chemnitz und während ihres Lehrerstudiums in Nossen. Nach einer zehnjährigen Lehrtätigkeit in Thalheim kehrte sie schließlich in ihren Heimatort zurück, wo sie stolze 31 Jahre lang als Lehrerin wirkte und von sich selbst mit einem Lächeln sagt, durch und durch Hormersdorferin zu sein. Dieses pädagogische Talent bringt sie seither meisterhaft in ihre ehrenamtliche Arbeit ein. Seit der Gründung des Erzgebirgszweigvereins Hormersdorf im Jahr 1992 führt sie diesen nunmehr seit über 30 Jahren als Vorsitzende an. Schon vor der politischen Wende im Kulturbund aktiv, legte sie nach dessen Auflösung mit Weitsicht und Tatkraft den Grundstein für den heutigen Verein, der weit über die Landesgrenzen hinaus für die Förderung und Bewahrung der erzgebirgischen Kultur bekannt ist. Frau Seifert selbst versteht sich dabei als echte Botschafterin der erzgebirgischen Mundart, die sie in eigenen Gedichten, Liedern und Moderationen pflegt. Sie wirkt in Fernsehsendungen des MDR mit, tritt in Kindergärten, Schulen, Seniorengruppen sowie bei Veranstaltungen im gesamten Erzgebirge auf und hat ein erzgebirgisches Kinderliederbuch mitverfasst. Ein weiterer Meilenstein ihres Schaffens ist das Heimatmuseum Hormersdorf, das sie vor über 26 Jahren gemeinsam mit Gleichgesinnten als Heimatstube gründete. Heute betreut sie die zehn Ausstellungsräume im ehemaligen Gemeindeamt mit unermüdlichem Einsatz, führt Besuchergruppen aller Altersklassen durch die Sammlung und lässt historische Gegenstände durch lebendige Geschichten erfahrbar werden. Darüber hinaus bereichert sie seit vielen Jahren im „Silber-Zachen-Trio“ Feiern und Jubiläen mit erzgebirgischen Liedern und moderierte bis 2019 über 20-mal die Weihnachtsveranstaltung „Advent im Arzgebirg“ in der Stadthalle Chemnitz. Durch all diese vielfältigen Aktivitäten trägt sie maßgeblich zum sozialen Zusammenhalt und zur Identität des Ortes bei, während ihre Beiträge in Presse, Funk und Fernsehen das Ansehen der „Welterberegion Erzgebirge“ enorm vergrößern. Der Sächsische Verdienstorden reiht sich damit in eine Kette hochkarätiger Ehrungen ein: Bereits 2017 erhielt sie den Preis „Grenzgänger“ in der Kategorie Mundart, 2023 folgte auf besondere Anregung hin der ErzgeBürger-Preis des Erzgebirgskreises, und auch die Verdienstmedaille der Stadt Zwönitz in Gold wurde ihr bereits verliehen. All diese Auszeichnungen unterstreichen auf eindrucksvolle Weise ein großes, lebendiges Lebenswerk, ein Schaffen im Dienste der Heimat, das den Menschen in der Region auch in Zukunft als Vorbild und Inspiration erhalten bleibt.