
Hinter sonst verschlossene Türen blicken, mal „Mäuschen spielen“, Altbekanntes neu entdecken, das reizt am Tag des offenen Denkmals viele Besucher und
ist jährlich immer am 2. Septembersonntag möglich. Diesmal stand die Austelvilla im Fokus des Denkmaltages, denn die alte Dame feierte ihren 140. Geburtstag. Obendrein fand zeitgleich das erste Festwochenende des PURPLE PATH statt und das Kunstwerk „Color Floating“ im Austelpark lockte zahlreiche Gäste nach Zwönitz. Unter dem Blätterdach der Baumkronen, über dem Mühlteich, schwebt und leuchtet die zeitgenössische Kunstinstallation „Color Floating“ von Nevin Aladağ. Die mit farbigen Strumpfhosen bezogenen Leuchtobjekte greifen die fast vergessene Vergangenheit von Zwönitz als reiche Textilindustriestadt auf. Die Fabrikanten Austel betrieben eine Strumpffabrik und errichteten von 1885 bis 1886 die imposante Gründerzeitvilla im Stil der Neorenaissance mit angeschlossenem historistischen Landschaftspark. Diese Verbindung verblüffte über 100 Besucher in stündlichen Führungen. Sie kamen aus Dresden, Leipzig, Berlin, aber auch aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Bis in die Abendstunden wurde gelauscht, gestaunt und geschmaust. Die Schüler des
Matthes-Enderlein-Gymnasiums stellten ein Buffet und das „Blazerkollektiv“ aus Chemnitz brachte mit seinen Blasinstrumenten das Publikum in Schwingung. Die Musik war ein Mikroprojekt der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 gGmbH. Diese Maßnahme wurde mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes sowie der Stadt Chemnitz.
Eine weitere „Geburtstagsüberraschung“ wartete wahrhaftig hinter einer sonst verschlossenen Tür – die Kabinettausstellung: „Okimono – Meisterwerke japanischer Schnitzkunst“. Diese wertvolle Spende von Peter Zimmermann ist ab dem 3. Oktober zu den saisonalen Öffnungszeiten immer samstags von 13 bis 17 Uhr in der Raritätensammlung Bruno Gebhardt zu sehen. Das Museumsteam der HEIMATWELTEN Zwönitz bedankt sich bei allen Teilnehmern und „Geburtstagsgästen“, die den Denkmaltag unvergesslich machten und freuen sich auf viele weitere interessierte Besucher.
