Seit 2006 treffen sich Freunde der kleinen Maschine aus Zschopau auf dem Turnhallenplatz hinter der Pufendorf Grundschule. Dabei sind nicht nur RT 125 Fahrer willkommen. Alles, was zwei oder drei Räder hat, darf sich auf dem Platz einfinden. 
Zum diesjährigen 20-jährigen Jubiläum sollte das Treffen den Besuchern in besonderer Erinnerung bleiben. Die Organisatoren hatten eine Ausstellung von 60 RT 125 Modellen zusammengestellt. Dabei gab es Modelle von 1939-1965 aus Zschopau, Kopien der RT 125 aus aller Welt, Rennund Geländemaschinen und Eigenbauten zu bestaunen. Seltene farbig lackierte RT 125 aus den 50er Jahren, die nur selten in der DDR verkauft wurden, verschiedene Modelle des Vorläufermodells DKW RT 100, eine solch umfangreiche Präsentation zum Thema RT hatte es noch nie gegeben. Dazu gab es umfangreiche Informationen zu den Maschinen und zur Geschichte des Motorradbaus in Zschopau und Ingolstadt. Wer weiß zum Beispiel, dass bei AUDI in Ingolstadt, wo heute teure, hochwertige Autos produziert werden, die RT 125W als erstes Fahrzeug gefertigt wurde? 
Von den Motorrädern, die in aller Welt auf Grundlage der RT 125 gebaut wurden, sei hier als Beispiel die Harley Davidson S125 genannt oder die Yamaha YA-1, die ab 1955 als erstes Motorrad überhaupt die Werkhallen des Musikinstrumenteherstellers verließ. Von diesen Modellen sind in Europa jeweils nur 3 Exemplare vorhanden. Die Kowrow K125, die mit zwei Modellen vertreten war, wurde ab 1948 in einer sowjetischen Waffenfabrik insgesamt über 950000 mal produziert.

Ca. 60 RT-Exponate zogen in der Turnhalle viele Motorradbegeisterte an.
Auf der Suche nach wertvollen Ersatzteilen ist der „Teilemarkt“ immer wieder ein Anziehungspunkt.

Diese spektakuläre Motorradausstellung, die nur Dank vieler RT Freunde möglich war, kam bei den Besuchern und vor allem bei den Fachleuten sehr gut an. Der immense Aufwand hat sich wirklich gelohnt. Eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Führerscheins komplettierte die Exponate in der Turnhalle. Pünktlich am Freitagmittag hatte die Agrargenossenschaft Dorfchemnitz die Wiese gemäht, die sich schon bald mit Übernachtungsgästen füllte. Samstags kamen noch einige Teilehändler dazu, die allerlei Ersatzteile und komplette Maschinen anboten. 
Der Turnhallenplatz füllte sich schon Samstagvormittag schnell mit Motorrädern aller Art, wie immer wurden die RT 125 separat platziert. Während es am ersten Tag noch relativ ruhig blieb, füllte sich der Platz Sonntag gegen 10.00 Uhr sehr schnell, so dass auch der Volleyballplatz neben dem Pfarramt als Ausweichplatz belegt wurde. Ca. 400 Motorräder mögen es gewesen sein, die den Weg nach Dorfchemnitz fanden, davon knapp die Hälfte RT 125. 
Toll ist immer wieder, dass sich auch Fahrer mit echten Raritäten einstellen, Maschinen, die mittlerweile fast 100 Jahre oder mehr auf dem Buckel haben. Zum Beispiel Bernie Rusam aus dem Hoheloher Land, der mit einer NSU 501 T von 1932 angereist war. Begleitet wurde er von Reinhard Wiegmann, der eine DKW SB 200 fuhr. Hut ab vor diesen beiden Windgesichtern und allen anderen, die weite Anfahrten auch auf RT 125 wagten.

„Benzingespräche“ unter Motorradfreunden

Dass das Jubiläumstreffen rundum gelungen ist, liegt auch an den vielen fleißigen Helfern, die an verschiedenen Stellen geholfen haben. Dazu zählen nicht nur die Aktiven im Bierwagen, am Grill, beim Kaffeeund Kuchenverkauf oder die Einweiser auf dem Platz. Auch im Hintergrund wirkten viele fleißige Hände mit, bereiteten Fischsemmeln vor, spülten das Geschirr und sorgten für Ordnung. Dafür sei an dieser Stelle herzliche gedankt, ohne einzelne Namen zu nennen. Jeder trug seinen Teil zum Gelingen des Treffens bei. Da unsere Stammköche an der Gulaschkanone leider krankheitsbedingt ausgefallen waren, sprangen kurzfristig die Bulldogfreunde um Steffen Hahn ein, dafür herzlichen Dank. 
Traditionell trafen sich Samstagabend Teilnehmer und Dorfchemnitzer am Lagerfeuer, plauderten miteinander, nicht nur über Motorräder. 
Auch wenn dabei schonmal heftig politisiert wurde und Meinungen ausgetauscht wurden, keine bösen Worte fielen, nicht selbstverständlich heutzutage. Und als alle Einheimischen begleitet von Raikos Bandoneon das Steigerlied anstimmten, staunten die „Uhieschen“ nicht schlecht, dass alle unsere heimliche Nationalhymne textsicher mitsangen.

Viel Spaß hatten hier die „Erdbeeren-Freunde“ aus Coppanz und Schönebeck, die beim Schleizer Dreieck Gespannrennen ein Team sind.

Gegen 11.00 Uhr am Sonntag starteten ca. 150 Motorräder zur Ausfahrt in die nähere Umgebung. (Titelfoto) Diese wurde in bewährter Weise von den „Travelling Marshalls“ vom Stammtisch auf ihren schnellen Maschinen perfekt abgesichert. Ein leichter Sturz aufgrund eines technischen Defekts in Zwönitz ging glimpflich ab, einige Schürfwunden wurden professionell behandelt, der Fahrer war schnell wieder bester Laune, zumal sein Motorfahrrad den Sturz ohne großen Schaden überstanden hatte. So kamen nach der ca. 45km langen Rundfahrt alle wieder auf dem Platz an.

ehemalige Rennfahrer, wie hier v.l.n.r. Willem Kuster, Jürgen Lemk, Alfons Hoffmann und Reiner Mildner besuchten Dorfchemnitz

Nach der Ausfahrt bekamen die Motorradfreunde, die Maschinen zur Verfügung gestellt hatten, ein kleines Geschenk von Claus Uhlmann überreicht, an dieser Stelle herzlichen Dank an die Aussteller und an Martin und Olli, die die Geschenke uneigennützig herstellten. 
Gegen 15.00 Uhr ging das Treffen zu Ende, dann begann das Aufräumen, das Dank der Hilfe vieler fleißiger Helfer am frühen Abend beendet war. So stand die Turnhalle Montag pünktlich wieder dem Schulsport zur Verfügung. Hier sei auch den Lehrern und Schülern der Grundschule gedankt, die auf die Turnhalle ab Donnerstagmittag und Freitag verzichten mussten.
 Alles in allem ein rundes Treffen, dass bei allen Teilnehmern sicher noch lange in positiver Erinnerung bleiben wird. Und sicher werden alle Verständnis haben, dass die Organisatoren mit dem 16. Treffen der RT 125 Fahrer nach 20 Jahren einen Schlussstrich ziehen, denn: Wenn es am Schönsten ist, sollte man aufhören. 

Deshalb möchte ich mich hier als Organisator bei allen nochmal ganz herzlich bedanken, die über all die Jahre zum Gelingen des Treffens beigetragen haben: Bei meinen Freunden vom Motorradfahrerstammtisch mit ihren Frauen und Familien, der Stadtverwaltung Zwönitz, der Agrargenossenschaft Dorfchemnitz, der Grundschule Dorfchemnitz, den Besuchern, die immer begeistert von unserem Treffen waren. Ohne all die Helfer wäre das Treffen nie möglich gewesen. 

Claus Uhlmann, Organisator und Kopf des RT-Treffens/ Fotos: Klaus Jedlicka