
Auch dieses Jahr zogen die Hutzentage wieder tausende Besucher in unsere Bergstadt, um den wohl schönsten abendlichen Bergaufzug, die Weihnachtsmannparade mit Anschieben der Pyramide und den Anschnitt des Riesenstollens zu zelebrieren.
Am Samstag, dem 29.11.2025 startete das Marktprogramm mit dem jährlichen Turmblasen des Posaunenchors der Evangelisch – Methodistischen Kirche unter der Leitung von Christoph Kempe. Adventliche Klänge schwebten über die Innenstadt und stimmten die Besucher festlich ein.
Mit einem ersten Heißgetränk ausgestattet erwarteten Groß und Klein voll Spannung die Einfahrt der Weihnachtsmannparade. Unsere Pferdefreunde waren mit 8 Kutschen und 4 Reitern am Start, allesamt herausgeputzt und mit roten Satteldecken, Glöckchen und Wichtel-Mützen liebevoll dekoriert. Der Zwönitzer Weihnachtsmann hatte mit seinem Gefolge auf der ersten Kutsche, gefahren von Bernd Günther, Platz genommen. Mit Adleraugen überwachte er das Eintreffen der Weihnachtsmänner und -frauen, der Wichtel und der Traditionsfiguren Engel, Bergmann und Nussknacker. Musikalisch begleiteten die Fidelen Jungs das Geschehen.
Derweil begrüßte Bürgermeister Wolfgang Triebert die Gäste, welche in unserer Stadt Quartier bezogen hatten. Zwönitz beherbergte über den 1. Advent Besucher aus 13 Bundesländern, der Schweiz, Tschechien und Ungarn. Viele buchen ihre Zimmer sofort wieder und jeder ist ein Glückpilz, der am 1. Adventswochenende ein Zimmer in Zwönitz bekommt.
Der Chor der Grundschule Brünlos, unter der Leitung von Rebekka Bemmann, erfreute die Gäste mit einem kleinen musikalischen Programm. Der Zwönitzer Weihnachtsmann bedanket sich bei den Kindern. Er vergaß auch die Lehrerinnen nicht, die er mit einem winterlichen Strauß überraschte. Nach dem Hinweis auf den Wunschbriefkasten und der Vorstellung seines Gefolges nahm das Programm seinen Höhepunkt mit dem Anschieben der Marktpyramide.
Die Kinder halfen den Weihnachtsmännern und -frauen mit einem kräftigen „Hau Ruck“. Doch die gute alte Pyramide ruckelte einfach nicht los. Schließlich – beim dritten Versuch, hier hatte der Zwönitzer Weihnachtsmann noch den kleinen Emil dazu gestellt – gelang das Projekt. Die Lichter gingen an und unsere Pyramide begann sich zu drehen. Bis zur „Zwönitzer Lichtmeß“ am 02. Februar 2026 wird sie das auch weiterhin jeden Tag tun und freut sich über alle die ihr einen Besuch abstatten. Für die fleißige Mithilfe beim Pyramidenanschieben wurden die Kinder anschließend von den Rotmänteln mit kleinen Gaben belohnt.
Bis zum Abend verteilten sich die Aktivitäten und Programmpunkte in der Zwönitzer Innenstadt. Ob Drehorgelkonzert in der Trinitatiskirche, Wichtelwerkstatt im Buntspeicher, Bastelstraße in der Stadtbibliothek – organisiert von der Kita Sonnenschein, Ponyreiten für Kinder vom Pferdehof Bretschneider oder musikalische Auftritte auf der Marktbühne – für jedes Alter war etwas dabei. Das historische Kinderkarussell drehte fleißig seine Runden im Roßhof und ließ Kinderaugen strahlen. Auch die 85 Markthändler, die ihre Stände adventlich herausgeputzt hatten, wurden rege besucht und neben kleinen Heimlichkeiten wurde reichlich für das leibliche Wohl gesorgt.
Besondere Leckerbissen zum Fest hatten auch unsere Freunde aus den Partnerstädten mitgebracht:
> Delegation der Stadt Koprivnice in Tschechien – Backwaren, unter anderem die berühmten Stramberger Ohren
> Delegation der Stadt Magyarpolány Ungarn – mit ungarischen Spezialitäten und natürlich dem ungarischen Glühwein
> Delegation der Stadt Heiligenhaus in Nordrhein-Westfalen mit Altbewährtem – Eierpunsch und leckerem Spannferkel über Feuer zubereitet.
Der Abendliche Bergaufzug nahte und füllte den Marktplatz mit tausenden Gästen. Schon eine Stunde vor dem Aufzug waren Polizei und FFW mit ca. 100 Personen im Einsatz, um den reibungslosen Ablauf zu sichern. Bürgermeister Wolfgang Triebert und Marco Nobis übernahmen die Moderation und stimmten die Besucher auf über 500 Trachtenträger aus 21 Bergbruderschaften und Traditionsvereinen ein. Dem Aufzug voran zog die Standarte des Welterbevereins Montanregion Erzgebirge/Krušnohorí e.V., begleitet von dessen Geschäftsführer Steve Ittershagen und zwei Bergbrüdern des Bergmännischen Traditionsvereins Zwönitz e.V. im Steigerhabit. Drei Bergkapellen sorgten für die musikalische Begleitung und den richtigen Tritt der Bergleute.
Alle Trachtenträger versammelten sich auf der oberen Marktebene zu einem großen Abschlussbild und stimmten zusammen mit den Besuchern das „Steigerlied“ an. Dieser besondere Moment sorgt seit Jahren immer wieder bei Besuchern und Habit-Trägern gleichermaßen für Gänsehaut und ein tiefes Heimatgefühl. Mit dem Jöhstädter Bergmarsch und jeder Menge Applaus wurden anschließend die Bergbruderschaften vom Marktplatz verabschiedet. Sie gehen zur Verpflegung, Aufwärmen und Beisammensein in die Zwönitzer Oberschule.
Das musikalische Abschlußzeremoniell zur Zwönitzer Bergparade wurde gestaltet vom Bergmännischen Musikverein Jöhstadt/Grumbach unter der Leitung von Andre Zinn und dem Bergmännischen Musikverein Ehrenfriedersdorf unter Leitung von Uwe Wendler. Im Anschluß musizierte der Bergmusikkorps „Frisch Glück“ Annaberg- Buchholz/Frohnau e.V., dirigiert von Jörg Küttner, auf der Marktbühne und der Posaunenchor Dorfchemnitz unter Leitung von Stephan Mittelbach im Roßhof. Die Pyramide drehte sich gemächlich, der festliche Weihnachtsbaum erstrahlte im Lichterglanz und verlockender Duft von gebrannten Mandeln, Glühwein, Bratwurst und Stollen zog über den Zwönitzer Marktplatz. Fröhliches, lebendiges Treiben und Drängen erfüllten unsere Innenstadt bis in die späten Abendstunden. Mit Wiedersehensfreude, fröhlichen Gesprächen – das Leben und die Heimat wurden gefeiert.
Der 1. Adventssonntag begann mit Gottesdiensten in den Zwönitzer Kirchen. Der Markt startete um 11 Uhr mit den Bergbläsern der Erzgebirgischen Blasmusikanten Zwönitz / Affalter e.V..
Die Gesangsgruppe „Zwäntzer Maad“ ließ heimatliche Weisen erklingen und hatte – wie auch schon in den Vorjahren – die Ehre, den Riesenstollen anzuschneiden. Ein über 2 Meter langer, leckerer Christstollen aus der Bäckerei Kittel wurde auf die Bühne getragen und fachmännisch verkostet. Wir freuen uns, dass Bäckermeister Pierre Kittel die Tradition weiterführt.
An der Bühne hatten sich auch Bäckermeister Schneider und Bäckermeister Bretschneider eingefunden, um dem festlichen Anschnitt beizuwohnen. Hatten sie beide doch die Tradition vormals gepflegt. An der Filiale der Bäckerei Kittel in der Langen Gasse wurde das Gebäck fachmännisch aufgeschnitten und bis zur letzten Rosine verputzt.
Mit Gesängen der Kurrende der Ev.-luth. Kirchgemeinden und Posaunenklängen der Brünloser Bläsergruppe „Merci Mercy“ klang der Adventssonntag aus. Das letzte Wort auf der Bühne hatte der Zwönitzer Nachtwächter Werner Störzel. Er bedankte sich bei allen Händlern, Musikern, Helfern und Gästen, wünschte allen eine friedvolle Advents- und Weihnachtszeit und verwies auf die Zwönitzer Lichtmeß am 02.02.2026.
Und so waren die Hutzentage 2025 schon wieder Geschichte. Ein vollkommen gelungenes Wochenende mit vielen Traditionen.
Daher sagt Bürgermeister Wolfgang Triebert ein riesengroßes Dankeschön an alle Akteure, Händler und Helfer, die dieses Zwönitzer Großereignis tatkräftig unterstützt und somit ermöglicht haben. Er weiß, dass hier in Zwönitz Außergewöhnliches geleistet wird, denn die Zusammenarbeit vieler einzelner Vereine, Unternehmen und der Zwönitzer Stadtverwaltung ist absolut einzigartig, da hinter all diesen Menschen stecken, die mit Herzblut für Zwönitz stehen.
