Titelbild: Alexander Schnerrer (r.) freut sich über „sein“ Frollein Anna und die Gratulation des Bürgermeisters (l.) zur Eröffnung.

Als Alexander Schnerrer, der Wirt des Restaurants „Zur Börse“, 2022 den ersten 24/7 Automatenladen in der Zwönitzer Innenstadt eröffnete, traf er auf Skepsis, Neugier und schnell auch auf eine treue Kundschaft. Der Laden „Herr Anton“ wurde zum Stadtgespräch. Die dauerhafte Verfügbarkeit einer breiten Produktpalette hat viele gefreut. Er und sein Team sammelten wertvolle Erfahrungen; „Wir kennen mittlerweile jede technische Hürde und haben so ziemlich alles erlebt, was Kunden im Laden so veranstalten können. Darüber schweigen wir natürlich eisern, aber wir erwähnen ausdrücklich, dass man es lieber lassen solle. Versucht es gar nicht erst.“ sagt Schnerrer auch mit einem Augenzwinkern. 
Mit dem Umzug in die Bahnhofstraße 38 bot sich eine tolle Chance, das Konzept zu erweitern und den Treffpunkt „Anton“ für viele noch attraktiver zu machen. Aus dem ehemaligen Franchise-Konzept wurde die eigene Marke „Frollein Anna“. 
„Ich danke dem neuen Vermieter sehr für seinen Wagemut und die Offenheit für unser Konzept. Ich habe schon bei der Besichtigung viele Problemfelder, die unser Konzept mitbringt, offen benannt und er hat dennoch JA gesagt“, sagt Schnerrer. „Ich möchte andere Eigentümer animieren, ungenutzte Flächen zu sanieren und sich flexibler zu stellen. Ich bin überzeugt, dass sich so eher noch ein Interessent für unsere schöne Innenstadt begeistern lässt. Die Eigentümer sind in der Pflicht etwas zu tun. Die Zeiten, in denen man jede unrenovierte Fläche einfach vermieten kann, sind lange vorbei. Für uns war es leider ein zäher Weg bis hierher.“ findet Schnerrer nachdenklich. 
„Wir haben gesehen, dass Menschen, oft die Jüngeren, einen Ort brauchen, an dem sie sein können. Ob nach dem Sporttraining oder vor einer Party, vor einer langen Autofahrt oder während eines Urlaubs in unserer schönen Stadt. Der Treffpunkt war und ist unser Laden.“, so Schnerrer. 
„Mit dem neuen Standort können wir das Bekannte mit Neuem kombinieren. Mehr Platz, schöne Sitzgelegenheiten, WLAN und eine große Auswahl an Snacks, Eis und Getränken laden zum Verabreden ein. Wir haben die vorhandene Ladeneinrichtung umfunktioniert, aber die ursprüngliche Verkaufstheke erhalten. Bei „Frollein Anna“ planen wir in Zukunft auch spontane Events, die ganz bewusst auch an Wochentagen stattfinden sollen.“ erzählt er. Seit dem 22. Mai 2026 sind die Türen nun geöffnet. „Es gab keine Eröffnungsparty. Aber nachts war dennoch sehr viel los. Der Laden war voll. Wir hatten schon auch Bauchkribbeln, was passieren würde. Es hat bis zum ersten Beschwerdeanruf zehn Stunden gedauert. Das ist leider ein neuer Rekord.“ Alexander Schnerrer beschreibt sich selbst als hoffnungsvollen Optimisten und Romantiker. „Ich wünsche mir, dass alle Besucher freundlich zu „Frollein Anna“ sind, gut mit ihr umgehen, das Umfeld achten. „Frollein Anna“ kann aber auch mal ne Kopfnuss verteilen, wenn sich jemand komplett daneben benimmt.“ sagt Schnerrer. Mit moderner Überwachungstechnik ist er live dabei, kann direkt mit Besuchern sprechen, wenn es nötig wird.

 

Er weiß, dass sein Konzept auch am anderen Standort Potenzial für Ärger bietet. Dazu befragt meint Schnerrer: „Ich wünsche mir, dass die Stadt lebendig bleibt! Wir Unternehmer befinden uns immer in einem Spannungsfeld. Einerseits will man sein Geschäft betreiben und andererseits soll man die individuellen Befindlichkeiten achten. Das klappt nicht immer ausreichend gut. Wir tun viel, damit es gut wird, für alle. So setzen wir lieber auf den Dialog und freundliche Hinweise statt nur auf Verbote.“ Ein schönes Beispiel kann jeder beim Verlassen des Ladens am Boden lesen „Ab 22 Uhr draußen nur noch flüstern und knutschen.“ 
Die Stadtverwaltung sowie die Redaktion des Zwönitzer Anzeigers wünschen „Frollein Anna“ stets gut gelaunte Besucher, einen gepflegten Umgang und gute Umsätze! 
Text/Bilder: Red./A.Schnerrer Stadtleben Impressum: