
Sonntag, 21. Juni 2026. Es waren Unwetter gemeldet – erst für Mittag, dann später am Nachmittag. Was geschah? Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen in Zwönitz, während sich die Unwetter außerhalb der Stadt „austobten“. Fast mag man wirklich glauben, dass, wenn Zwönitz feiert, Petrus ein Fan von uns Zwönitzern ist.
Und so strömten schon ab dem frühen Nachmittag die Zwönitzer mit ihren Gästen in die Stadt, um sich die grandiose musikalische Vielfalt zu Gemüte zu führen. Und was für eine Vielfalt! Insgesamt 38 Bands und Solokünstler mit stolzen 156 Musikerinnen und Musikern sorgten an 16 Musikpunkten für kraftvolle, leise, temperamentvolle oder heitere Klänge. Das Musiker-Netzwerk von Organisator Carsten Roth hat wieder sensationell funktioniert – ebenso wie die Akteure der verantwortlichen Musikpunkte. Gastronomen, Caterer, Händler und Vereine gaben ihr Bestes, um auch kulinarisch für ein Geschmackserlebnis zu sorgen.
Mit einem Gläschen in der Hand oder einem Eis flanierten somit Tausende durch die Stadt und genossen diese lebendige Open-Air-Bühne anlässlich der internationalen Fête de la Musique. In diesem Jahr gab es neue, charmante Spielorte wie das „Frollein Anna“ an der Bahnhofstraße und die Pop-up-Galerie an der Annaberger Straße, die sich hervorragend in das Gesamtkonzept einfügten.
Damit das Publikum problemlos zwischen den einzelnen Musikpunkten wechseln konnte, war wieder ein kostenloser Zubringer im Einsatz. Eine wahre Meisterleistung vollbrachten dabei der Busfahrer Andreas Kleiner vom Schönheider Unternehmen Meichsner Reisen und der Türmer Matthias Franke. Sie waren sieben Stunden lang ohne eine einzige Unterbrechung im pausenlosen Einsatz und chauffierten insgesamt 450 gut gelaunte Fahrgäste sicher von Bühne zu Bühne. Die Fête de la Musique ist im Ursprung ein „Hutkonzert“, bei dem es in erster Linie ums Musizieren geht. Daher sind immer alle Gäste aufgerufen, den Musikern einen Obolus zukommen zu lassen. Auch das hat wieder gut funktioniert. Die Straßenmusiker waren zufrieden, und so bleibt die Hoffnung, dass sie sich auch im nächsten Jahr – dann an einem Montag – wieder auf den Weg nach Zwönitz machen. Unter den Musikern zeigten Amateure und Profis, Kinder, Jugendliche und Senioren ihr Können auf ihren Instrumenten und die Klangkraft ihrer Stimmen. Jeden Einzelnen zu beschreiben, würde Seiten voller
Begeisterung füllen – doch wo anfangen?
Vielleicht ist eine Besonderheit der Erwähnung wert: Wer war der weitgereistete Musiker? Das war Marcel Riesco aus Kalifornien, ein begnadetes Roy-Orbison-Doppel und vermutlich sein größter Fan. Er tourt gerade mit der Frohburger Ray Allen Band durch Deutschland und spielte auf der Unteren Annaberger Straße neben dem Gerberstübl.
Dank des großartigen Zusammenspiels von Kultur, Gastfreundschaft und Organisation war die diesjährige Fête de la Musique wieder ein voller Erfolg, der die Stadt Zwönitz zu dem gemacht hat, was sie ist: herzlich, gastfreundlich, kreativ, „feierwütig“ und charmant.
