
Titelbild: Herr Häusler bei seinem Vortrag über die Fa. Raumedic
Dankenswerterweise konnten sich am genannten Tag wieder alte Meßgerätewerker im „Mittendrin“ zu ihrem rein privat organisierten Treffen versammeln. Das ständige Anliegen der fortschrittlich denkenden, ehemaligen Betriebsangehörigen des MWZ wurde zu Beginn der Veranstaltung nochmals auf der Leinwand gezeigt: Den ehemaligen Messgerätewerkern liegt das Wohl der Stadt auch weiterhin am Herzen. Es ist gut zu wissen, dass die Chancen, die in der Bewahrung des historischen Erbes und deren Vermittlung auch weiterhin zum Vorteil der Stadt und des Umlandes genutzt werden sollen. Besonders durch das Zeigen und Vermitteln des Anteils der Zwönitzer Betriebe an der Fortentwicklung der Technik, wird auch Vertrauen, Kompetenz und Zukunftszuversicht für die Region ausgedrückt. Diese Aspekte gehören zu den weichen Faktoren bei der Mitarbeitersuche und deren Bindung. Auch wenn diese nicht direkt messbar sind, werden damit entscheidende Gesichtspunkte bei der Berufswahl und Standorttreue der Menschen geweckt. Zufriedenheit, Motivation, Kultur in der Stadt, kurze Wege, Führungsstil und Arbeitsklima, die eng mit den „harten Faktoren“ (Zahlen, Kosten) zusammenhängen, sind maßgeblich für Erfolg. Der kurzfristig zum Programm des Abends eingefügte Vortrag der Museumsleitung: Vorstellung der leeren Räume des Schaudepots auf Bildern und ihre Ansichten einer externen Betreibung durch einen zu gründenden Verein der MWZ’ler wurde wortlos angehört. Einem Hinweis aus dem Kreis der aufmerksamen Leser des „Zwönitzer Anzeiger“ folgend, wurde die Entwicklung der Wandlerfertigung (EMW) im Messgerätewerk bis zur Firma Raumedic AG Zwönitz, als heute erfolgreich produzierendes Unternehmen der Medizintechnik als Thema des Abends aufgegriffen. Im Vortrag von Gerd Kunze wurden, die auch von vielen alten Messgerätewerkern kaum gekannten Spitzenleistungen vom Miniatur-Druckmeßwandler W121/122 (1984), den Micro- Sensoren der Katheder-Fertigung (1989 noch im MWZ) und ihrer notwendigen Forschungsschritte gezeigt. Mit der Übernahme (1991) von nur 6 Mitarbeitern in die Firma Polimed durch die Fa. BIOTRONIK ging aber nach dem Einbruch in der Wende der aufstrebende Weg wieder weiter. Hier wurden die Voraussetzungen für den Einsatz der Katheter auch auf dem Westmarkt geschaffen (neuer Druckchip für Massenfertigung, dokumentierte Fertigung, kontrollierte Fertigungsräume). Auch mit der 1996 erfolgten Übernahme von Polimed in die Rehau AG als 3p AG ging der erfolgreiche Aufstieg weiter. Ob 3p AG oder REHAU KONKAP AG oder Raumedic, es ist die gleiche Firma der Rehau AG. Herr Häusler, der Plant Manager der Firma setzte mit seinem Vortrag nahtlos die Darstellung der weiteren Entwicklung fort. Es erfolgte der Einstieg in die Microchiptechnologie. „… mit der Hirndruck-Sonde „Neurovent“ gilt Raumedic in deutschen Kliniken als Marktführer…“ schreibt die Redaktion von plasticker.de. DATALOGGGER, Liquid Dosing Device sind weitere Schlagwörter in der erfolgreichen Sparte von Neuromonitoring und der Traumatologie der Firma Raumedic. Mit ihren 64 Mitarbeitern in Zwönitz plant sie bereits weiteres Wachstum. Der abschließende Beifall für beide Redner drückt den Dank für einen interessanten Abend, aber auch Anerkennung für ihren Einsatz für Zwönitz aus. Der nächste Stammtisch ist für den 6.5.2026 wieder im „Mittendrin“ geplant. Den ehrenamtlich arbeitenden Verein „Zwönitz Miteinander e.V.“ sei an dieser Stelle nochmals für seine uneigennützige Hilfe gedankt.
Text und Bilder: R. Troll
