Vom Matthes-Enderlein-Gymnasium in Zwönitz besuchten zwei Lehrerinnen und vier Schüler die Nata Senior Secondary School in Nata, Botswana. Der mehrtägige Aufenthalt war geprägt von intensiven Begegnungen, kulturellem Austausch und den ersten Schritten zu einer engeren Schulpartnerschaft. Auch die Erlebnisse außerhalb des Schulbesuchs hinterließen eindrucksvolle Erinnerungen.
Vom 21.03. bis 01.04. erlebten die Schülerinnen Maja Seydel und Lina Röder, die Schüler Johann-Maximilian Knorn und Luca Marschall, sowie die Lehrerinnen Lisa Poller und Patricia Viehweger einen Schulausflug der besonderen Art.
Bevor der eigentliche Schulbesuch begann, stand eine rund 26-stündige Anreise bevor. Sie führte per Elterntransport nach Dresden, anschließend mit der Bahn zum Flughafen BER und von dort weiter über Zürich und Johannesburg bis nach Maun in Botswana. Maun gilt als Tor zum Okavangodelta und ist die fünftgrößte Stadt Botswanas.
Nach der Ankunft in Maun nutzten wir die Gelegenheit, um uns im Hotel kurz zu akklimatisieren. Anschließend folgte eine Stadtführung, bei der auch traditionelle Speisen probiert wurden. Besonders mutig waren die Jungen, die sich an Ziege, Rinderhufen und Innereien vom Rind herantrauten, während die Schülerinnen eher bei Pap, Morogo (Wildspinat) und einem Brei aus Sorghum (Weizen) blieben. Wir besuchten zudem das Nhabe Museum, das Einblicke in die Geschichte
und Traditionen Botswanas vermittelte. Am nächsten Tag holte Frau Viehweger den Mietwagen ab, und die Fahrt ging weiter in die etwa vier Stunden entfernte
Stadt Nata. Dort erhielten wir einen Schulrundgang, der aufgrund der Größe der Schule deutlich länger ausfiel als erwartet. Die Gäste aus Deutschland waren für die Schulgemeinschaft ein echtes Highlight. Viele Schülerinnen und Schüler
wollten sie kennenlernen, mit ihnen sprechen, Fotos machen oder einfach nur in ihrer Nähe sein (Bild links).
In den folgenden drei Tagen wurden wir bei vielen Gelegenheiten vorgestellt. Bei der Morgenversammlung stand die gesamte Schülerschaft von etwa 1200 Jugendlichen zusammen, und wir wurden vorgestellt, durften uns aber auch selber vorstellen. Danach besuchten wir verschiedene Klassen, machten unzählige Fotos, beantworteten zahlreiche Fragen und die Schüler der Nata-Schule ließen sich die vorbereiteten Präsentationen unserer vier deutschen Schüler zeigen. Auch die Führung durch die Internatsgebäude gehörte zum Programm und hinterließ, wegen der dortigen Zustände, die wir als ‚unmenschlich‘ erachten würden, einen bleibenden Eindruck. Etwa 95 Prozent der Schülerschaft
lebt in dem hiesigen Internat. Unser tägliches Mittagessen wurde von Schülerinnen und Schülern selbst zubereitet und bestand aus traditionellen Speisen, darunter Pap, Hühnchenfleisch, pulled beef und Spinat. Der Besuch hinterließ nicht nur in Nata, sondern auch über die Stadtgrenzen hinaus einen großen Eindruck. Die beiden Lehrerinnen Frau Poller und Frau Viehweger arbeiteten mit der Schulleitung an einem Partnerschaftsvertrag, der am letzten
Schultag unterzeichnet werden sollte. Da jedoch auch der botswanische
Botschafter in Berlin sowie das Kultusministerium Botswanas von dem Besuch erfuhren und sich einbringen wollten, wurde die Unterzeichnung vertagt. Nun soll der Vertrag beim nächsten Besuch gemeinsam weiterentwickelt und hoffentlich im April 2027 abgeschlossen werden.
Nach unserer Zeit in Nata ging es wieder zurück nach Maun. Auf dem
Weg dorthin liegt der Nxai Pan Nationalpark, in dem wir eine halbtägige
Safari unternahmen und Tieren wie Elefanten, Giraffen, Strauße,
Kudus, Zebras, Gnus und Impalas ganz nah kamen. Anschließend verbrachten
wir noch eine weitere Nacht in Maun, bevor das letzte große
Highlight der Reise begann: zwei Nächte Camping im Okavangodelta,
mitten in purer Wildnis und Natur. Dorthin gelangten wir mit einem Mokoro, einem traditionellen Einbaumboot, das mit einem Stick angetrieben wird. Schon auf dem Weg zum Camp waren Elefanten zu sehen, Zebras beim Grasen zu beobachten,
und aus der Nähe waren die Nilpferde im Wasser zu hören. Am Camp angekommen, mussten wir zunächst unsere Toilette graben und die Zelte errichten. Auch nachts blieb die Natur allgegenwärtig, denn immer wieder waren Tiere im Camp zu hören. So kam bspw. noch der Ruf der Hyäne hinzu. Einige Tiere schlichen auch durch das Camp. Dabeihandelte es sich allerdings nur um kleinere Wildtiere wie den Honigdachs oder den Ameisenbären.
Während des Aufenthalts im Delta unternahmen wir zwei mehrstündige
Laufsafaris und kamen den Tieren dabei noch näher. Außerdem zündeten
wir ein Lagerfeuer an und es bestand die Gelegenheit zu lernen, wie man ein Mokoro steuert. Was vor allem die Schülerinnen am Ende hervorragend beherrschten. Deutschland, die Schule und die Heimat waren in diesen Momenten ganz weit entfernt. Wir genossen die einmaligen Sonnenuntergänge, die Ruhe und die Abgeschiedenheit. Doch auch die schönsten Erlebnisse gehen irgendwann zu Ende. Nach einer weiteren Nacht in einem Hotel in Maun hieß es schließlich Abschiednehmen.
Wir sind bewegt von den vielen Kontakten, Erlebnissen und Eindrücken,
die noch lange nachhallen werden. Nun möchten wir unsere Partnerschaft
weiter vorantreiben, bekannter machen und viele Unterstützer
dafür gewinnen. Wir freuen uns auf interessierte Nachfragen und treten gerne in den Dialog.

Text/Bilder Patricia Viehweger